7. Mai |
7. Mai, 17. Mai liturgische Feier am 7. Kreuzerhöhungssonntag |
Die Legende berichtet von der Auffindung des Kreuzes Jesu durch Kaiserin Helena.
Giovanni Battista Tiepolo: Kreuzfindung, um 1745, in der Gallerie dell' Accademia
in Venedig
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Als erster berichtete Ambrosius um 395 von einer Kreuzauffindung durch die Kaiserin Helena. Bereichert durch syrische Überlieferungen bei Rufinus, Paulinus von Nola und griechischen Kirchenhistorikern des 5. Jahrhunderts, u.a. bei Sokrates, Theodoret und Sozomenos, entstanden weitere Berichte. Die historischen Wurzeln liegen aber im Dunklen. Nach einigen Legenden wäre dieses Ereignis zwischen 335/347 anzusetzen, weil das Itinerarium Burdigalense von 333/34, verfasst von einem unbekannten Pilger aus Bordeaux, und Eusebius in seiner Lebensbeschreibung des Constantinus nichts davon berichtet, während Cyrill von Jerusalem um 348 in seinen Katechesen von der Verehrung und Verbreitung der Kreuzpartikel spricht.
Als Helena zwischen 70 und 80
Jahren alt war, soll sie im Traum den göttlichen Befehl erhalten haben, ins
Heilige Land zu reisen, die Heiligen Stätten zu finden und würdig auszugestalten.
Im Jahr unternahm die Kaisermutter demnach ihre Wallfahrt nach Jerusalem,
um die Fußspuren des Erlösers zu verehren
, wie Eusebius
berichtet. Die Suche nach dem Heiligen Grab in Jerusalem gestaltete sich aber
Äußerst schwierig; erst als ein Judenchrist in den Gedenkbüchern Hinweise seiner
Vorväter auf den Ort des Grabes - unter einem Venus-Tempel - feststellte, wurde
man fündig. Dieser Tempel war in der Regierungszeit des Kaisers Hadrian
errichtet worden.
Giovanni da Piamonte und Piero della Francesca: Judas wird in den Brunnen
geworfen, Fresko, 1452 - 1466, in der Chiesa San Francesco in Arezzo
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Dass man durch einen Hinweis eines Judenchristen fündig geworden war, ist die eine Legende; eine andere berichtet, Helena habe den Leviten Judas befragt, der dem Hohen Rat versprochen hatte, sein Wissen nicht kundzutun. Helena ließ ihn aber in einen trockenen Brunnen werfen; nach sieben Tagen flehte er um Gnade und zeigte die nur ihm bekannte Stelle auf Golgatha, über der Kaiser Hadrian den Venus-Tempel hatte bauen lassen. Nachdem der Tempel abgetragen worden war, förderte Judas drei tief eingegrabene Kreuze zutage; die Cella des Tempels soll sich genau über dem Grab befunden haben.
Hadrian hatte - nach der kostspieligen Niederschlagung des zweiten
jüdischen Aufstandes im Jahr 117 - den Juden zunächst gestatten wollen, den
Tempel in Jerusalem
wieder aufzubauen. Er besann sich dann anders und ließ die Stadt als
römisch-hellenistische Polis Colonia Aelia Capitolina
wieder errichten. Aus
diesem Grund war es 132 zum dritten jüdischen Aufstand unter dem
Militär-Messias
Simon Bar Kochba, dem Sternensohn
, und dem gelehrten Rabbi
Akiba gekommen. Dieser blutige Aufstand konnte erst durch einen Krieg der
verbrannten Erde
des römischen Generals Julius Severus und den Schlachtentod
Bar Kochbas im Jahr 135 beendet werden. Allen Beschnittenen, also auch den
Judenchristen, wurde der Aufenthalt in Jerusalem verboten. Hadrian ließ nun nahe
dem Forum des neuen, hellenistisch-römischen Jerusalem, angeblich genau über dem
Heiligen Grab, einen Venus-Tempel errichten.
Dieser Tempel wurde nun für Helenas
Anliegen abgetragen und das Grab freigelegt. Die Steine, das Holz und die Erde,
mit denen das Grab zugeschüttet worden war, galten als von Dämonen befleckt
und wurden weit fortgeschafft. Darunter fand man - unversehrt - das Heilige Grab,
dazu die Felsengruft von == Melchisedek und einen Spalt im Berg, aus dem noch
immer - wie eine mittelalterliche Legende behauptete - Blut tropfte.
Bei der Suche nach dem wahren Kreuz fanden die Mitarbeiter Helenas
schließlich in einem Wallgraben drei angeblich gut erhaltene Kreuze, die mehr
als 300 Jahre alt gewesen sein könnten. Bischof Makarios
I. von Jerusalem, Makarios I. bezeugte die Kreuzauffindung
. Ein Wunder
führte nun dazu, dass man von den drei gefundenen Kreuzen das wahre
herausfinden konnte: Man hatte zwar in einiger Entfernung von den Kreuzen die
Tafel mit der dreisprachigen Inschrift INRI
gefunden, konnte aber nicht
feststellen, auf welchem der Kreuze sie angebracht war.
Piero della Francesca: Auffindung und Prüfung des wahren Kreuzes, um 1460, in
der Chiesa San Francesco in Arezzo
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Einmal wird berichtet, dass das wahre Kreuz durch eine Totenerweckung
zuverlässig identifiziert werden konnte. Die Leiche der christliche Witwe
Libania wurde demnach von Makarios
zunächst vergeblich mit zwei Kreuzen berührt, beim Kontakt mit dem dritten Kreuz
aber ward sie lebendig und pries voll Freude den Herrn
. In einer anderen
Wundererzählung heißt es, auf einer Trage sei eine kranke Frau herbeigetragen
worden, die die Ärzte schon aufgegeben hatten. Sie soll mit letzter Kraft nach
den Kreuzen, die über die Trage gehalten worden waren, getastet haben - und
richtete sich beim einen auf und war geheilt. Eine weitere Schilderung berichtet,
wie Bischof Makarios nach innigem Gebet die drei Kreuze nacheinander einer
schwerkranken Frau auflegen ließ. Die beiden ersten brachten ihr keine Besserung,
das dritte jedoch machte sie auf der Stelle gesund.
Der Levit Judas, der bei der Totenerweckung dabei war, ließ sich aufgrund des Wunders taufen und musste noch nach den Nägel suchen, die er schließlich - wie Gold glänzend - fand. Er wurde dann als Cyriacus Bischof von Jerusalem. Ein weiterer Jerusalemer Bischof, der Kirchenlehrer Cyrill, bezeugte ebenfalls das wahre Kreuz, das er zusammen mit dem Heiligen Grab ans Licht der Geschichte kommen ließ.
Die orthodoxe Kirche feiert am 7. Mai die Erscheinung des verehrungswürdigen Zeichens des
Kreuzes am Himmel in Jerusalem im Jahr 351
, die armenische Kirche am selben Tag die
Erscheinung des heiligen Kreuzes auf Golgotha zur Zeit von Kaiser Konstantius, dem Sohn
von Kaiser Konstantin, und Patriarch
Cyrill von Jerusalem
; der Brief, in
dem Cyrill Konstantius über dieses Ereignis informierte, ist erhalten.
Im Mittelalter fanden die Kreuzlegenden in den einzelnen Nationalliteraturen verschiedene Ausgestaltungen, die die bildende Kunst oft beeinflusst haben.
Kreuzesreliquie in der Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom
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Seit der Schlacht bei Hattin 1187, wo das Heilige Kreuz in die Hände der
muslimischen Ayyubiden geriet, ist es verschollen und es ist zweifelhaft, ob die
in verschiedenen Klöstern oder Kirchen aufbewahrten Splitter wirklich alle vom
Original stammen. Dies gilt auch für die in Hebräisch, Griechisch und Latein
abgefasste dreizeilige Inschrift Jesus Nazarath, euer König
auf der Holztafel,
die in der Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom
als Reliquie verwahrt wird; dies ist sie wegen ihrer Größe die eindrucksvollste
Kreuzesreliquie.
Die katholische Kirche feiert den Gedenktag am Tag der Übergabe einer Kreuzreliquie durch die Perser im Jahr 628.
Bauernregel:
Wie's Wetter am Kreuzfindungstag, / bis Himmelfahrt
es bleiben mag.
Legenda Aurea: Von des heiligen Kreuzes Findung
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