Ökumenisches Heiligenlexikon

Lambert von Maastricht
eigentlich: Lantpert
auch: von Lüttich

Gedenktag katholisch: 17. September
     nicht gebotener Gedenktag im dt. Sprachgebiet: 18. September
     Hochfest in der Stadt Freiburg i.Br.
     Diözesankalender Aachen, Freiburg i.Br., Luxemburg
     nicht gebotener Gedenktag im Bistum Münster: 17. September
     in Lüttich: Übertragung der Gebeine: 28. April
     in Lüttich: Triumphus de Steplea (1213): 13. Oktober
Gedenktag evangelisch: 18. September
Name bedeutet: der glänzende Landbesitzer (althochdt.)
Bischof von Maastricht, Glaubensbote in Brabant, Märtyrer
* um 635
† 17. September um 705 in Lüttich (Liège) in Belgien
Kartenskizze

Kartenskizze

Lambert war Sohn wohlhabender Eltern, ein Neffe des Bischofs Theodard von Maastricht, der ihn ausbildete. Nach den Legenden trug er als junger Diakon um den Weihrauch zu entzünden glühende Kohlen im Chorhemd, ohne dass dieses verbrannte, und wachte in eisiger Nacht im Büßerhemd vor dem Kruzifix in der Kirche. Nach Theodards Ermordung wurde er 672 sein Nachfolger, lebte aber ab 675 sieben Jahre, durch den fränkischen Hausmeier Ebroin verbannt, im Kloster Stablo - dem heutigen Stavelot. Unter Pippin dem Mittleren kehrte er nach Maastricht zurück und bemühte sich besonders um die Bekehrung der heidnischen Toxandren. Als er die Rechte der Kirche gegen Graf Dodo verteidigte, wurde er von diesem in seinem Haus ermordet.

Lamberts Gebeine wurden erst in Maastricht, ab 715 in Lüttich (Liège) verehrt, dann in der französischen Revolution vernichtet. Eine Kopfreliquie ist seit dem 12. Jahrhundert in Freiburg im Breisgau. Früher war das Lambertusfest in Münster ein großes Volksfest; bereits zwei Wochen vor dem Abend des 17. September beginnen noch heute die Kinder, Lambertus-Pyramiden zu bauen, diese mit Zweigen, Laternen und Lampions zu schmücken und zu umtanzen und dazu viele traditionelle Lieder zu singen. Höhe- und Schlusspunkt ist dann der letzte Abend am 17. September. Die meisten münsterschen Pfarrgemeinden feiern dann dieses Fest.

Tafelbild: Das Martyrium von Lambert, 15. Jahrhundert

Tafelbild: Das Martyrium von Lambert, 15. Jahrhundert   

Attribute: glühende Kohlen, knieend von Lanze durchbohrt
Patron von Freiburg und Lambrecht in der Pfalz; der Bauern, Chirurgen, Bandagisten und Zahnärzte; bei Nierenleiden
Bauernregeln: Auf Lambert hell und klar / folgt ein trocken Jahr.
Ist's an Lambert schön und klar, / kommt ein trockenes Frühjahr.
Trocken wird das Frühjahr sein, / ist St. Lambert hell und rein.
Bringt Lambertus Regen, / folgt ein Herbst mit wenig Segen.
Lamberti nimm Kartoffeln raus, / doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/september.html
• Thorsten Gubatz, E-Mail vom 1. Mai 2007
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