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Kopfreliquar von 1514, im Augustinermuseum
in Freiburg

Lambert war Sohn wohlhabender Eltern, ein Neffe des Bischofs Theodard von Maastricht, der ihn ausbildete. Nach den Legenden trug er als junger Diakon um den Weihrauch zu entzünden glühende Kohlen im Chorhemd, ohne dass dieses verbrannte, und wachte in eisiger Nacht im Büßerhemd vor dem Kruzifix in der Kirche. Nach Theodards Ermordung wurde er 672 sein Nachfolger, lebte aber ab 675 sieben Jahre, durch den fränkischen Hausmeier Ebroin verbannt, im Kloster Stablo - dem heutigen Stavelot. Unter Pippin dem Mittleren kehrte er nach Maastricht zurück und bemühte sich besonders um die Bekehrung der heidnischen Toxandren. Als er die Rechte der Kirche gegen Graf Dodo verteidigte, wurde er von diesem in seinem Haus ermordet.
Lamberts Gebeine wurden erst in
Maastricht,
ab 715 in Lüttich
(Liège) verehrt, dann in der französischen Revolution vernichtet. Eine
Kopfreliquie ist seit dem 12. Jahrhundert in Freiburg
im Breisgau. Früher war das Lambertusfest in Münster
ein großes Volksfest; bereits zwei Wochen vor dem Abend des 17. September beginnen
noch heute die Kinder, Lambertus-Pyramiden
zu bauen, diese mit Zweigen,
Laternen und Lampions zu schmücken und zu umtanzen und dazu viele traditionelle
Lieder zu singen. Höhe- und Schlusspunkt ist dann der letzte Abend am 17.
September. Die meisten münsterschen Pfarrgemeinden feiern dann dieses Fest.
Attribute:
glühende Kohlen, knieend von Lanze durchbohrt
Patron
von Freiburg
und Lambrecht
in der Pfalz; der Bauern, Chirurgen, Bandagisten und Zahnärzte; bei Nierenleiden
Bauernregeln:
Auf Lambert hell und klar / folgt ein trocken Jahr.
Ist's an Lambert schön und klar, / kommt ein trockenes Frühjahr.
Trocken wird das Frühjahr sein, / ist St. Lambert hell und rein.
Bringt Lambertus Regen, / folgt ein Herbst mit wenig Segen.
Lamberti nimm Kartoffeln raus, / doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon