Ökumenisches Heiligenlexikon

Leo Bembo
italienischer Name: Leone

Gedenktag katholisch: 9. August
oder 20. Oktober

Name bedeutet: der Löwe (latein.)

Priester (?), Bischof von Methoni (?)
* Anfang des 12. Jahrhunderts in Venedig in Italien
† 1188 in Venedig in Italien

Kartenskizze Kartenskizze

Paolo Veneziano: Der selige Leone Bembo, 1321

Paolo Veneziano: Der selige Leone Bembo, 1321

Leone Bembo war der Sohn einer einflussreichen venezianischen Familie. Die Überlieferung berichtet, er sei Kaplan am Hof des Dogen in Venedig, gewesen, der ihn dann als Botschafter nach Syrien sandte, wo er zum Bischof geweiht wurde. Von Ungläubigen wurde er dort schwer misshandelt, so dass man ihn nach seiner Rückkehr nach Venedig wegen seiner Entstellung nicht wieder erkannte. Er lebte demnach dann als unbekannter Bettler bis zu seinem Tod.

Nach Forschungen der Bollandisten vor Ort in Venedig zog Leone Bembo als Teilnehmer am 2. Kreuzzug unter Führung des Dogen Dominikus Michael nach Palästina. Auf dem Rückweg eroberten die Venezianer die griechische Stadt Methoni und der Doge, der Leones Neffe war, ernannte Leone zum Bischofe dieser Stadt. Vom griechischen Kaiser Emanuel Komnenus wurde er später gefangen genommen, konnte aber fliehen und nach Venedig zurückkehren. Hier lebte er dann als Laienbruder unerkannt zusammen mit Benediktinermönchen.

Etwa 22 Jahre nach Leones Tod wurde das blinde Mädchen Katarina Francolellis beim Anblick seines Grabes in Venedig geheilt und konnte wieder sehen; zahlreiche weitere wundersame Heilungen geschahen, deshalb wurde sein Leichnam hundert Jahre später exhumiert und völlig unversehrt vorgefunden. Er wurde in einen hölzernen Sarkophag gelegt, von dem noch der von Paolo Veneziano 1321 gemalte Sargdeckel erhalten ist. Die Mumie, an der noch die Gliedmaßen erhalten sind, wurde am 20. Oktober 1643 transferriert und liegt nun seit 1818 in der Kirche in Vodnjan in Kroatien, wohin sie gebracht wurde, als Venedig der Angriff Napoleons drohte; sie ist der dortigen Auffasuung nach in ein Bischofsgewand gekleidet - nach Meinung des Bollandisten Janning ist es die Tracht eines Kriegsmannes; außerdem trägt die Mumie eine Bischofsmütze und einen goldenen Hirtenstab. Zusammen mit den heute ebenfalls in Vodnjan verwahrten Körpern von Giovanni Olini und Nikolosa Bursa seien dies die am besten erhaltenen Mumien Europas.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon





Quellen:
• Marijan Jelenić: Das Phenomen (sic!) von Vodnjan. Faltblatt, 2008
• Vollständiges Heiligenlexikon ..., 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869