Gedenktag katholisch: 9. April
Hochfest im Bistum Paderborn: 23. Juli
gebotener Gedenktag im Bistum Essen: 23. Juli
in Paderborn und Le Mans: Übertragung der Gebeine: 28. April
in Paderborn: Ankunft seiner Gebeine: 28. Mai
Fest im Dom in Paderborn: Rückführung der Reliquien: 25. Oktober
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Paderborn:
Rückführung der Reliquien: 25. Oktober
Name bedeutet: der Gott Geopferte (griech. - latein.)
oder: feierlicher Sprecher (keltisch - latein.)
Liborius stammte aus einem vornehmen gallischen Geschlecht und war von römischer Kultur geprägt. Er wurde 348 Bischof von Le Mans. Die Legende schreibt ihm eine 49-jährige segensreiche Tätigkeit und mehrere Wunderheilungen zu und erwähnt, dass sein Freund Martin von Tours ihm beim Sterben Beistand leistete.
Schon bald nach Liborius' Tod sollen an seinem Grab Heilungswunder geschehen sein.
Bischof Aldric von Le Mans überließ Liborius' Reliquien 836 dem Bischof Badurad von Paderborn; der wollte damit den noch ungefestigten christlichen Glauben in seinem jungen Bistum stärken. Die Prozession, die con Zeichen und Wundern wie Krankenheilungen begleitet wurde, kam Pfingsten 836 in Paderborn an. Eine Legende des 18. Jahrhunderts erzählt, dass ein Pfau der Übertragung der Gebeine voran geflogen sei: immer, wenn die Pilger einen Halt einlegten, ruhte auch der Pfau; wenn sie aufbrachen, erhob sich der Vogel wieder; am Ziel ließ er sich auf der Turmspitze des Paderborner Domes nieder; als die Gesandten mit den Reliquien in die Kirche eingezogen waren, fiel der Pfau, der seine göttliche Mission erfüllt hatte, tot zu Boden.
Im Dreißigjährigen Krieg raubten 1622 Landsknechte des lutherischen Herzogs Christian
von Braunschweig den Paderborner
Domschatz und den Schrein mit Liborius' Gebeinen;
er ließ den Schrein einschmelzen und daraus Münzen prägen mit der Aufschrift:
Gottes Freundt, der Pfaffen Feindt
. Nach fünf Jahren wurden die Reliquien gegen
Zahlung einer hohen Rückgabesumme zurückgebracht - dieser Tag, der 25. Oktober, wird in
Paderborn als Gedenktag Klein-Libori
begangen. Einen neuen, prachtvoll vergoldeten
Silberschrein für die Reliquien schuf 1627 der Künstler Hans Krako; zur Erinnerung an
den alten Schrein wurden einige der Pfaffenfeindtaler
eingearbeitet. Der Schrein
wird heute im Erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn aufbewahrt.
Liborius' Schrein bei der Prozession am Liborius-Fest 2005
Auftakt des Liborifestes Ende Juli ist am ersten Samstag in der Liboriwoche die feierliche
Erhebung der Reliquien: während des Festes sind sie
Liborischrein zur Verehrung durch die Gläubigen im Altarbereich des Domes aufgestellt, das
Jahr über werden sie in einem Schrein aus Ebenholz in der Krypta aufbewahrt. Seit 1836 erklingt
bei der Erhebung der Liboritusch. Die Gewänder der Schreinträger wurden 1896 in Anlehnung an
die Uniformen der Schweizer Garde im Vatikan gestaltet. Am ersten Sonntag in der Liboriwoche
wird der Schrein mit den Reliquien in einer Prozession zum Historischen Rathaus getragen.
Das neuntägige Liborifest mit seiner Mischung aus Kirche, Kirmes und Kultur zieht jährlich
rund 1,5 Millionen Besucher nach Paderborn.
Die Kirmesmeile in der Innenstadt, mit über 100 Schaustellern auf dem Liboriberg
und über
150 Stände auf dem Pottmarkt
, ist zwei Kilometer lang. Der europäische Gedanke spielt
beim Fest eine bedeutende Rolle, Paderborn und Le
Mans sind verbunden durch die älteste noch existierende Städtefreundschaft Europas. Beim
Liborimahl im Historischen Rathaus spricht jedes Jahr eine bekannte Persönlichkeit aus dem
In- oder Ausland vor geladenen Gästen zum Thema Europa
. Alle fünf Jahre verleiht der
Erzbischof die 1977 gestiftete St. Liborius-Medaille für Einheit und Frieden
an eine
Persönlichkeit, die sich um die Einigung Europas auf der Grundlage christlicher Prinzipien
verdient gemacht hat. Den Abschluss des Liborifestes bildet jedes Jahr ein Feuerwerk am letzten
Liborisonntag nach Sonnenuntergang.
Attribute:
Steinchen, Pfau
Patron
von Paderborn;
gegen Steinleiden, Koliken, Wassersucht und Fieber; des Domes und des Erzbistums Paderborn
Hinweise
zu Liborius und seinem Fest in Paderborn
gibt es auf der Webseite
von Karl-Michael Soemer.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon