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Luchesius führte als Jugendlicher ein weltliches Leben als Parteianhänger der Guelfen, die die Politik des Papsttums unterstützten und die sich nach den Rivalen des Stauferhauses, dem Geschlecht der Welfen benannt hatten, wurde er in seiner Heimat abgelehnt; er ließ sich deshalb in Poggibonsi als Händler nieder.
Fresko: Luchesius trifft Franziskus, im
Santuario San
Lucchese bei Poggibonsi 
Nachdem seine beiden Söhne gestorben waren, wurde Luchesius im Alter von 30 Jahren
ein anderer Mensch: er begann, sich mit Kranken abzugeben, Gefangene zu besuchen, seine
Habe zu verschenken. Nur ein kleines Stück Land behielt er zur Eigenbeschäftigung.
Seine Freigebigkeit machte seiner Frau Bonadonna zu schaffen. Einmal kam ein Bettler,
der um Brot bat. Luchesius rief seine Frau, aber diese wütete, es sei kein Brot mehr
im Kasten. Luchesius verwies sie auf die Macht und Güte Christi,
sie schaute nach und der Kasten war voll mit frischem Brot. Von da übte auch sie die
Werke der Barmherzigkeit. Wenig später kam Franziskus
von Assisi nach Poggibonsi,
legte dem Ehepaar die Idee des Dritten
Ordens ans Herz und kleidete sie mit einem grauen Habit mit Büßerstrick. Luchesius
wurde so im Jahr 1221 der erste Tertiar
der Franziskaner. Das Paar führte von
nun an ein Leben in Buße und in Werken der Barmherzigkeit. Luchesius geriet auch in
Verzückung und hatte die Gabe der Krankenheilung.
Santuario San
Lucchese bei Poggibonsi
giuliaphoebe
Mit 80 Jahren spürte Luchesius, dass es mit dem irdischen Leben bald aus sein wird. Bonadonna wollte mit ihm sterben; der Wunsch der Frau soll in Erfüllung gegangen sein. Luchesius wurde in der Kirche der Franziskaner in Poggibonsi begraben. Sein Grab wurde zur Pilgerstätte, heute das Santuario San Lucchese nahe des Platzes San Lorenzo in Pian die Campi, wo Franziskus und Luchesius sich getroffen haben.
Kanonisation:
Papst Pius VI. bestätigte Luchesius' Verehrung im Jahr 1779.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon