|
|
Lucian stammte aus einem angesehenen Elternhaus, wurde in Edessa - dem
heutigen Sanlıurfa
- ausgebildet und wirkte dann als Priester und Lehrer in Antiochia - dem
heutigen Antakya.
Er begrĂĽndete die berĂĽhmte Antiochenische Schule
: zur Schriftauslegung bediente sie sich der buchstäblichen,
grammatisch-historischen Erklärung und stand deshalb im Rufe des Rationalismus.
Lucian geriet dann immer stärker in Gegensatz zur amtlichen Kirche.
Arius, der BegrĂĽnder des Arianismus,
zählte zu seinen Schülern. Kurz vor seinem Tod wurde Lucian wieder
in die orthodoxe Gemeinde aufgenommen. Im Winter 311/312 wurde Lucian vor
Kaiser Maximinus Daza gebracht, vermutlich erlitt er dort das Martyrium,
nachdem er ein Bekenntnis seines Glaubens abgelegt hatte.
Lucians Grab in Drepanon - dem späteren Helonopolis - verehrten zuerst die Anhänger des Arianismus. Chrysostomus hat eine Lobrede auf ihn gehalten.
Kanonisation:
Bereits gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde Lucian trotz seines kritischen
Verhältnisses zur offiziellen Kirche ins Heiligenverzeichnis aufgenommen.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon