Ökumenisches Heiligenlexikon

Ludmilla (Lidmilla) von Böhmen

Gedenktag katholisch: 16. September
     in Prag und Gnesen: Übertragung der Gebeine: 10. November
Gedenktag orthodox: 16. September
Name bedeutet: die zum Volk Liebe (slawisch)
Herzogin von Böhmen, Märtyrerin
* um 860 in Böhmen (?)
† 15. September 921 in Tetín bei Beraun, dem heutigen Beroun in Tschechien
Kartenskizze

Matthias Braun: Ludmilla als Lehrerin ihres Enkels Wenzeslaus, dessen Ermordung im Medaillon unten dargestellt ist, Statue auf der Karlsbrücke in Prag, um 1730

Matthias Braun: Ludmilla als Lehrerin ihres Enkels Wenzeslaus, dessen Ermordung im Medaillon unten dargestellt ist, Statue auf der Karlsbrücke in Prag, um 1730

Ludmilla, die Gemahlin des von Methodius getauften ersten christlichen Herzogs von Böhmen, Boriwoj, wurde nach dem Tod ihres Sohnes mit der Vormundschaft und Erziehung ihres Enkels Wenzeslaus betraut. Der Eifersucht und dem Hass seiner Mutter, Ludmillas heidnischen Schwiegertochter Drahomira, ausgesetzt, zog sie sich nach Tetín zurück und wurde 921 auf Drahomiras Veranlassung von zwei gedungenen Mördern auf der Burg in Tetin erdrosselt.

Ludmillas Grab befindet sich in der St. Georg-Kirche in Prag.

Attribute: Tuch mit herabhängenden Enden um den Hals, Seil
Patronin von Böhmen
Bauernregel: Ludmilla, das fromme Kind, / bringt gern Regen und den Wind.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
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