Ökumenisches Heiligenlexikon

Ludwig von Toulouse

auch: von Anjou, von Marseille

Gedenktag katholisch: 19. August
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Valencia, im Orden der Franziskaner-Observanten und im Kapuzinerorden
in Toulouse: Übertragung der Gebeine: 8. November

Name bedeutet: berühmter Krieger (althochdt.)

Erzbischof von Toulouse, Ordensmann
* 1274 in Nocera dei Pagani bei Neapel in Italien
† 1297 in Brignoles in Frankreich

Kartenskizze Kartenskizze Kartenskizze

Simone Martini: Altar des Ludwig von Toulouse, um 1317, National-Museum von Capodimonte in Neapel

Simone Martini: Altar des Ludwig von Toulouse, um 1317, National-Museum von Capodimonte in Neapel

Ludwig, der zweitälteste Sohn Karls II. von Neapel und Großneffe des Königs Ludwig IX., war 1288 bis 1295 als Geisel für seinen Vater in Aragonien und Barcelona festgehalten. Dort gewann er Zuneigung zum Franziskanerorden, entsagte 1296 seinem Erstgeburtsrecht zugunsten seines Bruders Robert, auch dem ihm angebotenen Amt des Erzbischofs von Lyon. Noch im selben Jahr wurde er zum Bischof von Toulouse geweiht, wobei ihm der Papst den Ordenseintritt bei den Franziskanern unter der Bedingung gestattete, dass er sein Ordensgewand nur heimlich tragen dürfe.

Als Bischof versuchte er, Frieden in Katalonien zu vermitteln. Schon 1297 wollte er sein Amt niederlegen und reiste nach Rom, um den Papst um Genehmigung zu bitten; unterwegs starb er.

Kanonisation: Ludwig wurde 1317 heiliggesprochen.
Bauernregel: Wenn im März die Veilchen blüh'n, / an Ludwig schon die Schwalben zieh'n.

Catholic Encyclopedia

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• F. Stier, E-Mail vom 28. Juli 2005
• http://www.bauernregeln.net/august.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
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