Ökumenisches Heiligenlexikon

Lukas

Gedenktag katholisch: 18. Oktober
     Fest 
     Übertragung der Gebeine: 9. Mai
Gedenktag evangelisch: 18. Oktober
Gedenktag anglikanisch: 18. Oktober
Gedenktag orthodox: 18. Oktober
                                             4. Januar, 22. April
     Übertragung der Gebeine und Kleider: 20. Juni
Gedenktag armenisch: 18. Oktober
                                               9. April
     liturg. Feier am 5. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Gedenktag koptisch: 19. Oktober
Name bedeutet: aus Lukanien stammend (griech.)
Apostel, Evangelist
* in Antiochia, heute Antakya in der Türkei (?)
† um 80, in Bithynien in der Türkei (?) oder in der Achaia in Griechenland (?) (?)
Kartenskizze

Kartenskizze

Lukas stammte vermutlich aus Antiochia, war Heidenchrist, von Beruf Arzt (Kolosserbrief 4, 14). Über seine Bekehrung zum Christentum ist nichts überliefert. Lukas schloss sich in Troas - heute Ruinen bei Dalyan - Paulus an und begleitete diesen als Gefährte und treuer Freund auf dessen zweiter und dritter Reise, auf der Romreise und während der Gefangenschaft in Rom (Römerbrief 16, 21; 2. Timotheusbrief 4, 11).

Dieser Lukas gilt traditionell als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums und als Autor der Apostelgeschichte, als deren Entstehungszeit heute allgemein die Jahre zwischen 70 und 80 angesehen werden; die Identifizierung des Autors dieser Schriften mit dem bei Paulus erwähnten Lukas ist aber unsicher.

Das Lukasevangelium war vorrangig für die Unterweisung von Nichtchristen bestimmt. Der Evangelist war bestrebt, Person und Wirken Jesu in einen zeit- und weltgeschichtlichen Rahmen zu rücken; auch seine Geschichte und Vorgeschichte der Geburt Jesu (Lukasevangelium 1, 1 - 2, 20) soll auf die universale Bedeutung Christi hinweisen. Deutlich ist Lukas' Interesse zu erkennen, das Heil, das in Jesus in die Welt gekommen ist, als universal darzustellen, nicht einzugrenzen durch nationale, rassische oder religiöse Barrieren. Die Apostelgeschichte zeigt, wie die Verkündigung geradezu unaufhaltsam ins Herz- und Machtzentrum der damaligen Welt, nach Rom, vorstieß. Wichtig war Lukas die Betonung von gerechten sozialen Beziehungen, insbesondere zwischen Armen und Reichen, das Bemühen um die Sünder und Geächteten der Gesellschaft sowie Jesu Wohlwollen gegenüber den Frauen.

Keltische Illumination aus dem Book of Mac Durnan, 9. Jahrhundert

Keltische Illumination aus dem Book of Mac Durnan, 9. Jahrhundert   

Legenden lassen Lukas einen Martertod erleiden, demnach wurde er an einem Olivenbaum gekreuzigt. Hieronymus berichtet, dass er mit 84 Jahren in Bithynien - nach anderen Quellen in der Achaia, - sein Leben friedlich vollendet habe. Wegen der Schilderung der Maria in den ersten Kapiteln seines Evangeliums gilt Lukas als Marienverehrer, ist nach späteren Legenden Maler des ersten Madonnenbildes und wird oft als Maler von Marienbildern dargestellt.

Lukas' Gebeine sollen 356/57 in die Apostelkirche von Konstantinopel - das heutige Ístanbul - überführt worden sein. Reliquien liegen auch in Padua, sein Kopf im russisch-orthodoxen Panteleimon-Kloster auf dem Berg Athos.

Dem Vieh gab man früher am Lukas-Tag geweihte Zettel mit Bibelversen seines Evangeliums zum Essen, um es vor Seuchen und Unfällen zu schützen. Lukas-Zettel wurden auch unheilbar Kranken und Frauen bei schwerer Geburt gegeben. Der Lukas-Tag bedeutet für Bauern den Beginn der Rübenernte. Lukas-Gilden sind seit dem Mittelalter bestehende Zünfte der Maler, die sich Lukas als Patron erwählt haben, weil er als Maler der Muttergottes besonders verehrt wurde. In Paris fand sich eine solche Gilde schon 1391; große Verbreitung fanden diese Zünfte in Flandern, fast alle bedeutenden Maler, so Hans Memling oder Peter Paul Rubens, waren Mitglieder in diesen Gilden. Im 19. Jahrhundert fand eine Wiederbelebung an der Wiener Kunstakademie statt durch Künstler der Romantik, der Nazarener, darunter Johann Friedrich Overbeck und Franz Pforr, die sich 1808 als Lukasbrüder zusammenschlossen und 1809 den Lukasbund gründeten. Sie wollten damit einen Gegenentwurf zum Klassizismus und seinem Kunstideal setzen, indem sie die altdeutschen Meister wie Albrecht Dürer und Hans Holbein zu ihren Vorbildern erhoben. 1810 wurden viele dieser Künstler in Wien verstoßen und zogen nach Rom, wo sie in der Abgeschiedenheit des Klosters San Isidoro und nach dem Vorbild der Werke von Raffael, Fra Angelico und Giotto ihre Ideale zu verwirklichen suchten. Bald schon fand ihr Bund und die sich daraus entwickelnde Kunst der Nazaraner großen Anklang und viele Nachahmer. 1932 wurde eine Lukas-Gilde von katholischen Ärzten in Wien gegründet, 1938 in der Nazi-Zeit verboten und 1945 als katholische Ärztegilde wieder gegründet; sie ist vor allem auf Österreich beschränkt.

Attribute: Stier, denn Lukas deutet am innigsten auf den Opfertod Christi hin; Marienbild
Patron von Bologna, Padua und Reutlingen; der Ärzte, Chirurgen, Kranken, Künstler, Goldschmiede, Glasmaler, Bildhauer, Sticker, Buchbinder, Notare und Metzger; der christlichen Kunst; des Viehs und des Wetters
Bauernregeln: St. Lukas mild und warm, / Winterkält' dass Gott erbarm'.
Wer an Lukas Roggen streut, / es im Jahr d'rauf nicht bereut.
An Lukas soll das Korn gesät sein.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Über das Lukas-Grab in Padua informiert ausführlich Erich Künzi auf seiner Website.

Cimabue: Lukas (Detail), 1280 - 83, Fresko in der Oberen Kirche der Basilika di San Francesco in Assisi

Cimabue: Lukas (Detail), 1280 - 83, Fresko in der Oberen Kirche der Basilika di San Francesco in Assisi   


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• http://www.bauernregeln.net/oktober.html
• http://de.rian.ru/culture/20070609/66993124.html
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