Ökumenisches Heiligenlexikon

MĂ€rtyrer von Nagasaki

Gedenktag katholisch: 6. Februar
     gebotener Gedenktag
     Ordenskalender der Franziskaner und der Kapuziner
     in Neuseeland: 7. Februar
     Todestag: 5. Februar
Gedenktag evangelisch: 5. Februar (ELCA)
Gedenktag anglikanisch: 6. Februar
MĂ€rtyrer
† 5. Februar 1597 auf dem Berg Tateyama (Weizenberg) in Nagasaki in Japan
Kartenskizze

26 Missionare des Franziskanerordens und der Jesuiten sowie zum Katholizismus ĂŒbergetretene Japaner wurden auf Befehl des japanischen Samurai-Feldherrn und Politikers Toyotomi Hideyoshi (è±Šè‡Łç§€ć‰) unter Kaiser Go-Yƍzei (ćŸŒé™œæˆ), der zuerst den Missionaren gewogen war, dann aber alle missionarische TĂ€tigkeit verbot, gemeinsam gekreuzigt:

Denkmal fĂŒr die 26 MĂ€rtyrer in Nagasaki

Denkmal fĂŒr die 26 MĂ€rtyrer in Nagasaki

Nach ihrer Gefangennahme wurde ihnen das linke Ohr abgeschnitten, dann wurden sie von Stadt zu Stadt gefĂŒhrt, wo ihre Verbrechen - Predigt des ungesetzlichen Christenglaubens bzw. deren UnterstĂŒtzung - öffentlich bekannt gemacht wurden und sie den Misshandlungen der Menge anheimgestellt waren.

Petrus Baptista BlĂĄsquez berichtete in einem Brief: Von den BrĂŒdern, die hier in Japan sind, wurden sechs gefangen genommen und mehrere Tage im Kerker festgehalten. Dazu kommen drei japanische Jesuiten und noch andere Christen; insgesamt sind wir 24. ... Nach einem Urteilsspruch sollen wir gekreuzigt werden, weil wir entgegen dem königlichen Gebot das Gesetz Gottes verkĂŒndet haben, die ĂŒbrigen, weil sie Christen sind. Die fĂŒr Christus zu sterben wĂŒnschen, haben jetzt Gelegenheit dazu.
Das ĂŒber uns gefĂ€llte Urteil ist auf eine Tafel geschrieben und wird vor uns hergetragen. Darauf steht, wir seien verurteilt worden, weil wir das christliche Gesetz verkĂŒndet hĂ€tten im Gegensatz zu dem des Machthabers. ... Man fĂŒhrte uns aus dem GefĂ€ngnis und lud uns auf Wagen. Allen wurde ein Teil eines Ohres abgeschnitten. So fuhren sie uns durch die Straßen von Kyoto, begleitet von sehr viel Volk und Soldaten. Danach steckten sie uns wieder ins GefĂ€ngnis. Am andern Tag banden sie uns die HĂ€nde auf den RĂŒcken und brachten uns unter Begleitung von Reitern nach Osaka. Am folgenden Tag holten sie uns wieder aus dem GefĂ€ngnis, ließen uns auf Pferden aufsitzen und fĂŒhrten uns durch die Straßen der Stadt. Dann brachten sie uns in die Stadt Sakai, dort trieben sie es ebenso mit uns. In diesen StĂ€dten war immer ein öffentlicher Ausrufer dabei. Dass wir zum Tod verurteilt waren, wussten wir. Aber erst in Osaka erfuhren wir von dem Beschluss, dass wir dafĂŒr nach Nagasaki weitermussten.

Vor ihrer Hinrichtung weigerten sich alle, dem Christentum zu entsagen. Bei der japanischen Kreuzigung wurde den Todeskandidaten je eine Eisenklemmplatte um die Handgelenke, die Knöchel und die Kehle gelegt, ein SpreizstĂŒck zwischen die Beine gesetzt, dann die Person mit einer Lanze jeweils durch die linken und rechten Rippen in Richtung zur gegenĂŒberliegenden Schulter durchbohrt.

Kanonisation: Die 26 MĂ€rtyrer von Nagasaki wurden 1627 von Papst Urban VIII. selig und 1862 von Papst Pius IX. heiliggesprochen.

Catholic Encyclopedia

Ein englischsprachiger Artikel des Jesuiten Diego Yuki informiert ĂŒber The Martyr's Hill Nagasaki in einer pdf-Datei.


Quellen:
‱
‱ Kapuzinerbuder Martin Steger, Antoniusblatt 2/2009, Meran
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