Gedenktag katholisch: 30. Juni
nicht gebotener Gedenktag
Gedenktag evangelisch: 30. Juni
Der Tag erinnert an die Verfolgung der ersten Christen in Rom unter Kaiser => Kaiser Nero.
Im Jahr 54 wurde => Nero zum Kaiser des Römischen Reiches ernannt, nachdem seine Mutter Agrippina die Jüngere wenige Stunden zuvor ihren Onkel und vierten Mann, Kaiser Claudius, hatte vergiften lassen. Die aus Köln stammende Mutter bestimmte die Politik, bis Nero sie 59 auf Betreiben seiner Geliebten ermorden ließ; der Senat beschloss, dafür ein Dankfest abzuhalten. Die Schreckensherrschaft ging aber auch unter Nero weiter, die Bevölkerung sah ihren Kaiser als Anstifter des verheerenden Stadtbrandes im Juni 64 - er wollte wohl damit wohl die in seinen Augen hässlichen alten Häuser und die engen, gewundenen Gassen beseitigen, jedenfalls ließ er sich danach im Herzen von Rom eine riesige Stadtvilla bauen.
Blick auf den Petersdom und Petersplatz, links die 1971 erbaute neue päpstliche Audienzhalle. Grün eingezeichnet ist der ehemalige Zirkus des => Nero, rot der frühere Standort des Obelisken im Zirkus, heute durch eine Steinplatte im Boden gekennzeichnet. Direkt unter der Kuppel des Petersdoms, am Rand des ehemaligen Zirkus', das angebliche Grab von Petrus.
=> Nero bezichtigte die Christen der
Urheberschaft und ließ Tausende zur Volksbelustigung
in seinem Zirkus - an
der Stelle des heutigen Vatikan,
der Obelisk steht noch heute im Zentrum des Petersplatzes - hinrichten, darunter
der Überlieferung nach Petrus und
möglicherweise Paulus. Hieronymus
berichtete von 979 solchen Märtyrern. Auch eine daraufhin entstandene
Widerstandsgruppe, die Pisonische Verschwörung
fiel den Säuberungen zum Opfer,
ebenso Neros früherer Freund, der Philosoph Seneca.
Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete von dieser
Christenverfolgung: Man machte aus ihrer Hinrichtung ein lustiges Fest: In
Tierhäuten steckend, wurden sie entweder von Hunden zerfleischt oder ans Kreuz
geschlagen oder angezündet, um nach Eintritt der Dunkelheit als Fackeln zu
dienen. Nero hatte seine eigenen Parkanlagen für dieses Schauspiel hergegeben
und verband es mit einer Zircusaufführung. In der Tracht der Wagenlenker trieb
er sich unter dem Volk umher oder fuhr auf dem Rennwagen. So regte sich das
Mitleid mit jenen Menschen. Obwohl sie schuldig waren und die härtesten Strafen
verdient hatten, fielen sie ja doch nicht dem Allgemeinwohl, sondern der
Grausamkeit eines einzigen zum Opfer.
(Annalen 15, 44)
Das Fest wurde erstmals 1923 in Rom gefeiert und 1969 für die gesamte katholische Kirche eingeführt.
Über
Neros
Regierungsjahre nach dem Tod seiner Mutter berichtet Maike Vogt-Lüerssen
auf ihrer Internetseite.