Ökumenisches Heiligenlexikon

(Erste) Märtyrer von Rom

Gedenktag katholisch: 30. Juni
nicht gebotener Gedenktag

Gedenktag evangelisch: 30. Juni

Märtyrer
† 64 in Rom

Römische Goldmünze vom Dezember des Jahres 54: Agrippina (rechts) und ihr Sohn, Kaiser Nero

Römische Goldmünze vom Dezember des Jahres 54: Agrippina (rechts) und ihr Sohn, Kaiser Nero

Der Tag erinnert an die Verfolgung der ersten Christen in Rom unter Kaiser => Kaiser Nero.

Im Jahr 54 wurde => Nero zum Kaiser des Römischen Reiches ernannt, nachdem seine Mutter Agrippina die Jüngere wenige Stunden zuvor ihren Onkel und vierten Mann, Kaiser Claudius, hatte vergiften lassen. Die aus Köln stammende Mutter bestimmte die Politik, bis Nero sie 59 auf Betreiben seiner Geliebten ermorden ließ; der Senat beschloss, dafür ein Dankfest abzuhalten. Die Schreckensherrschaft ging aber auch unter Nero weiter, die Bevölkerung sah ihren Kaiser als Anstifter des verheerenden Stadtbrandes im Juni 64 - er wollte wohl damit wohl die in seinen Augen hässlichen alten Häuser und die engen, gewundenen Gassen beseitigen, jedenfalls ließ er sich danach im Herzen von Rom eine riesige Stadtvilla bauen.

=> Nero bezichtigte die Christen der Urheberschaft und ließ Tausende zur Volksbelustigung in seinem Zirkus - an der Stelle des heutigen Vatikan, der Obelisk steht noch heute im Zentrum des Petersplatzes - hinrichten, darunter der Überlieferung nach Petrus und möglicherweise Paulus. Hieronymus berichtete von 979 solchen Märtyrern. Auch eine daraufhin entstandene Widerstandsgruppe, die Pisonische Verschwörung fiel den Säuberungen zum Opfer, ebenso Neros früherer Freund, der Philosoph Seneca.

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete von dieser Christenverfolgung: Man machte aus ihrer Hinrichtung ein lustiges Fest: In Tierhäuten steckend, wurden sie entweder von Hunden zerfleischt oder ans Kreuz geschlagen oder angezündet, um nach Eintritt der Dunkelheit als Fackeln zu dienen. Nero hatte seine eigenen Parkanlagen für dieses Schauspiel hergegeben und verband es mit einer Zircusaufführung. In der Tracht der Wagenlenker trieb er sich unter dem Volk umher oder fuhr auf dem Rennwagen. So regte sich das Mitleid mit jenen Menschen. Obwohl sie schuldig waren und die härtesten Strafen verdient hatten, fielen sie ja doch nicht dem Allgemeinwohl, sondern der Grausamkeit eines einzigen zum Opfer. (Annalen 15, 44)

Das Fest wurde erstmals 1923 in Rom gefeiert und 1969 für die gesamte katholische Kirche eingeführt.

Über Neros Regierungsjahre nach dem Tod seiner Mutter berichtet Maike Vogt-Lüerssen auf ihrer Internetseite.


Quellen:

• Chronik-Kalender, 13. Oktober 2004
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