Gedenktag katholisch: 17. Juli
Gedenktag evangelisch: 17. Juli
Gedenktag orthodox: 17. Juli
Am 17. Juli 180 wurden in Karthago die sieben Männer Speratus, Nartzalus, Cittinus, Veturius, Felix, Aquilinus, Laetantius sowie die fünf Frauen Donata, Vestia, Secunda, Januaria und Generosa, die aus Scili (oder Scilli bzw. Scillium) - einem unidentifizierten Ort in der Gegend um Hippo Regius, dem heutigen Annaba in Algerien - stammten angeklagt, Christen zu sein. Der Prokonsul Publius Vigellius Saturninus verzichtete auf die Folter, da sie geständig waren und verhängte gegen sie die nach dem Gesetz geringste Strafe, den Tod durch das Schwert.
Bild in der Kirche SS.
Giovanni e Paolo in Rom 
Aus späterer Überlieferung stammen neben Speratus die Namen Aquilinus, Civinus, Felix, Crestinus, Lutatus, Nazarius, Vetusa, Generosa, zwei Januarius, Titianus und Nessa.
Für Tertullian war der Prokonsul von Karthago der erste, der gegen Christen das Schwert erhob. Über dem Grab der Märtyrer wurde eine Kirche gebaut. Der an jedem Jahrestag in der Gemeinde vorgelesene Bericht eines christlichen Augenzeugen wurde von Augustinus in Predigten verwendet und ist in Überarbeitungen und Übersetzungen erhalten. Die Märtyrer von Scili sind die ersten Märtyrer der afrikanischen Kirche, deren Leiden mit sicheren Quellen überliefert ist.
Die Rede des Anführers Speratus, er habe Bücher und Briefe des Paulus
,
ist das früheste Zeugnis einer lateinischen Übersetzung der Paulusbriefe. Das -
überarbeitete - Protokoll des Prozesses ist erhalten, es ist die erste
lateinisch geschriebene Märtyrerakte mit dem Titel Passio Sanctorum
Scillitanorum
.
Das Protokoll besteht aus 17 Paragraphen:
1. Als Praesens zum zweiten Male und Claudianus Konsuln waren,
sprach am 17. Juli in Karthago im nichtöffentlichen Verhörzimmer der
Prokonsul Saturninus zu den vorgeführten Speratus, Nartzalus und den übrigen:
Ihr könnt euch die Begnadigung unseres Herrn, des Kaisers, gewinnen, falls ihr
wieder zur Vernunft kommt.
2. Speratus sagte: Wir haben niemals Böses getan, niemals haben wir eine
Ungerechtigkeit unterstüzt: wir haben nie geschmäht, sondern haben uns bedankt,
wenn man uns übel mitgespielt hatte, und zwar deswegen, weil wir unseren Kaiser
verehren.
3. Der Prokonsul Saturninus sagte: Auch wir verehren die Götter, und
unsere Verehrung ist schlicht, und wir schwören beim Genius unseres Herrn, des
Kaisers, und beten für sein Heil, was auch ihr zu tun verpflichtet seid.
4. Saturninus sagte: Wenn du mir ruhig zuhören wirst, sage ich dir das
Geheimnis der Einfachheit.
5. Saturninus sagte: Wenn du vor hast, Nachteiliges über unsere
kultischen Handlungen zu enthüllen, werde ich dir mein Ohr nicht leihen; schwöre
lieber beim Genius unseres Herrn, des Kaisers.
6. Speratus sagte: Eine Befehlsgewalt dieser Welt erkene ich nicht an;
sondern ich diene vielmehr jenem Gott, den keiner der Menschen gesehen hat, noch
mit diesen Augen sehen kann. Ich habe nicht gestohlen, sondern, wenn ich etwas
kaufe, bezahle ich die Steuer, weil ich meinen Herrn anerkenne, den Herrscher
über Könige und Völker.
7. Der Prokonsul Saturninus sagte zu den anderen: Lasst ab davon, dass
dies eure Überzeugung sei!
Speratus sagte: Die Überzeugung, jemanden
umzubringen und ein falsches Zeugnis zu sagen, ist schlecht!
8. Der Prokonsul Saturninus sagte: Beteiligt euch nicht an diesem
Wahnsinn!
Cittinus sagte: Wir haben niemand anderen, den wir zu fürchten
hätten, als den Herrn, unseren Gott, der im Himmel ist.
9. Donata sagte: Ehre dem Kaiser als Kaiser; die Furcht aber Gott.
Vestia sagte: Ich bin eine Christin.
Secunda sagte: Was ich bin, eben das
will ich sein.
10. Der Prokonsul Saturninus sagte zu Speratus: Beharrst du darauf,
Christ zu sein?
Speratus sagte: Ich bin ein Christ
; und alle stimmten mit ihm
überein.
11. Der Prokonsul Saturninus sagte: Wollt ihr Zeit zum Nachdenken haben?
Speratus sagte: Bei einer derart gerechten Sache gibt es keine Bedenkzeit.
12. Der Prokonsul Saturninus sagte: Was sind das für Sachen in eurem
Kästchen?
Speratus sagte: Bücher und Briefe des Paulus,
eines gerechten Mannes.
13. Der Prokonsul Saturninus sagte: Ihr sollt einen Aufschub von 30 Tagen
haben und euch bedenken.
Speratus sagte abermals: Ich bin ein Christ
; und
alle stimmten mit ihm überein.
14. Der Prokonsul Saturninus verlas von einem Täfelchen die Entscheidung:
Ich beschließe, dass Speratus, Nartzalus, Cittinus, Donata, Vestia, Secunda und
die übrigen mit dem Schwert hingerichtet werden. Sie haben bekannt, dass sie
nach christlichem Ritus leben; obwohl ihnen die Möglichkeit angeboten worden war,
zur Lebensweise der Römer zurückzukehren, blieben sie starrköpfig.
15. Speratus sagte: Wir sagen Gott Dank.
Nartzalus sagte: Heute sind
wir Märtyrer im Himmel. Gott sei Dank.
16. Der Prokonsul Saturninus ließ durch einen Herold verkünden: Ich habe
angeordnet, dass Speratus, Nartzalus, Cittinus, Veturius, Felix, Aquilinus,
Laetantius, Januaria, Generosa, Vestia, Donata und Secunda (zur Hinrichtung)
abzuführen sind.
17. Alle sagten: Gott sei Dank.
Und sie sind sogleich enthauptet worden
für den Namen Christi. Amen.
Übersetzung: Franz Josef Mehr
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon: Aquilinus
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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