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Marcellinus war nach der durch die Anhänger des Donatismus
im 5. Jahrhundert erhobenen Anklage zeitweise vom Glauben abgefallen; er habe in
der Verfolgungszeit heilige Schriften ausgeliefert und Weihrauch geopfert; eine
zur Zeit von Papst Symmachus
entstandene Schrift mit dem Ziel der Untermauerung des römischen Anspruchs, dass
niemand von außerhalb den Papst richten könne, beruft sich auf diesen Abfall
und erzählt, dass Marcellinus sich selbst verurteilt habe. Marcellinus' Tod
fällt in die Hochzeit der Verfolgungen unter Kaiser Diokletian, ein Martyrium
ist aber nicht nachgewiesen.
Die Existenz des Marcellinus ist nicht eindeutig und umstritten. Der Kirchengeschichtsschreiber Eusebius von Cäsarea berichtet von einem Martyrium, das dem des Marcellus I. gleicht, der bei ihm aber nicht vorkommt. Der Chronograph des Jahres 354 nennt in seiner Bischofsliste Marcellus den Nachfolger des Marcellinus, in seiner Beschreibung der Bischofsgräber kennt er aber nur Marcellinus, der am 16. Januar beigesetzt worden sei; das Martyrologium des Hieronymus nennt für dieses Datum wieder Marcellus. Das Papstbuch beruft sich auf eine Leidensgeschichte aus dem 5. Jahrhundert und kennt Marcellinus als Märtyrer und nennt Marcellus I. als Nachfolger; die ab dem 5. Jahrhundert entstandenen Papstlisten kennen - im Westen wie im Osten - meist nur Marcellus.
Als Erklärung gilt, dass Marcellinus und Marcellus dieselbe Person gewesen und nur der Name unterschiedlich gegeben sei, oder, dass Marcellinus nur einfacher Priester war, der die Kirche in der Zeit der Vakanz bis zum Amtsantritt von Marcellus I. leitete.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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