Gedenktag katholisch: 16. Oktober
nicht gebotener Gedenktag
in Mailand: 8. Oktober
Todestag: 17. Oktober
Name bedeutet: Marg: die Perle (griech.)
Maria: die Beleibte/die Schöne / die Bittere/die von Gott Geliebte (aramäisch)
Margareta Maria, Tochter eines Richters, wurde mit acht Jahren Halbwaise als
ihr Vater starb und kam ins Internat zu Klarissinnen.
Mit zehn Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung und war vier Jahre lang ans Bett gefesselt.
Nachdem sie das Gelübde abgelegt hatte, in einen Orden einzutreten, wurde sie auf wunderbare
Weise plötzlich geheilt. Schon als Kind liebte sie das Gebet,
die Stille und die Einsamkeit. Sie tat Bußwerke und züchtigte sich selbst; immer
mehr bildeten sich mystische Züge heraus; sie begann Stimmen zu hören
und
Visionen zu sehen
. In einer solchen Privatoffenbarung
empfing sie
auch die Berufung zum Ordensleben. Gegen den Widerstand der Familie konnte sie 1671
in das Kloster der Salesianerinnen
in Paray-le-Monial
eintreten.
Herz-Jesu-Altar: Die Visionen der Margareta Maria, im Petersdom
in Rom 
Margareta Marias mystische Erfahrungen hielten an, kritisch beäugt von den
Ordensvorgesetzten und strengen Prüfungen unterworfen. Ihre Verbindung zu Jesus
wurde immer intensiver, fast ständig sah sie ihn bei sich, dabei erlebte und
erfühlte sie die Leiden des Herzens Jesu
. In einer dieser Visionen sah sie
1675 das von Liebe entflammte Herz Jesu
brennen; dabei wurde sie dazu bestimmt,
sich für die Verbreitung eines Herz-Jesu-Festes
einzusetzen. Sie selbst weihte sich und ihr Leben nun dem Herz-Jesu-Gedenken und
der Verbreitung dieser Frömmigkeit. Obwohl man seitens ihrer Mitschwestern und
Vorgesetzten ihre mystischen Fähigkeiten kritisch und skeptisch betrachete,
hatte Margareta Maria doch auch immer wieder das Glück, Menschen als
Seelenführer und Vorgesetzte zu finden, die sie verstanden und die ihr bei der
Verbreitung der Herz-Jesu-Frömmigkeit halfen, am wichtigsten der Obere der
Jesuiten von Paray-le-Monial,
Claude de la Colombière.
Margareta Maria empfiehlt in die Liebe des Herzens Jesu einzutauchen
und die
Eucharistie nicht bloß in der Messe mitzuvollziehen, sondern in das ganze Leben einzubeziehen.
Jesus könne die Herzen der Menschen öffnen
und ihnen den Geist Gottes zur Evangelisation senden.
Erst Jahre nach Margareta Marias Tod wurde in Besançon das erste Herz-Jesu-Fest begangen, 1856 wurde das Fest von Papst Pius IX. für die ganze katholische Kirche eingeführt, es wird am Freitag acht Tage nach Fronleichnam gefeiert. Pius' Nachfolger, Papst Leo XIII., weihte 1899 die ganze Welt dem Göttlichen Herzen Jesu. Nachdem die Herz-Jesu-Verehrung weithin in Vergessenheit geraten war, wurde sie seit 1971 von dem kanadischen Ordensmann Pierre Gendron neu belebt.
Kanonisation:
Am 18. September 1864 wurde Margareta Maria von Papst Pius IX.
selig-, am 13. Mai 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.
Nachbildung von Margareta Marias Leichnam im Kloster der Heimsuchung in Paray-le-Monial; ihre Gebeine liegen unter dieser nachgebildeten Figur.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon