Reinigung
Mariä Lichtmess
Begegnung(mit Simeon)
Fest Hochfest im Zisterzienserorden |
Fest |
Hauptfest |
Giovanni Bellini, 1460 - 1464, Galleria Querini Stampalia in Venedig

Das Fest der Darstellung des Herrn
wird vierzig Tage nach Weihnachten
als Abschluss der weihnachtlichen Feste
gefeiert. Der früher gebräuchliche Name Mariä Purificatio
,
Reinigung
, erinnert an den jüdischen Brauch, auf den sich das Fest bezieht: Nach
den Vorschriften des Alten Testaments galt die Mutter vierzig Tage nach der Geburt
eines Sohnes als unrein. Die Frau musste ein Reinigungsopfer darbringen,
wahlweise eine oder zwei Tauben oder in besonders gravierenden Fällen ein Schaf.
Maria pilgerte also zu dieser ihrer Reinigung
in den Tempel. Da außerdem Jesus
der erste Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von den Eltern zuerst
ausgelöst werden: er wurde zum Priester gebracht und vor Gott dargestellt
. Als
die Eltern zu diesem Zweck in den Tempel kamen, begegneten sie dem betagten
Simeon und der Prophetin
Hanna, die erkannten, dass Jesus kein
gewöhnliches Kind ist und ihn als den Erlöser Israels priesen (Lukasevangelium 2,
21 - 40).
Der historische Ursprung liegt in einer heidnischen Sühneprozession, die alle
fünf Jahre in Rom
abgehalten und nun mit diesem Fest ins Christentum übernommen
wurde, deshalb stand die Kerzenweihe und Lichterprozession im Mittelpunkt und
wird das Fest auch Mariä Lichtmess
genannt. Das Fest ist schon Ende des 4.
Jahrhunderts in Jerusalem
bezeugt, ab dem 7. Jahrhundert wurde in Rom eine Lichterprozession durchgeführt. Es
wurde zunächst am 14. Februar - 40 Tage nach dem frühren Weihnachtsfest am
heutigen Epiphaniastag - gefeiert;
der 14. Februar ist heute Valentins
Tag.
An Lichtmess wurde der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen geweiht, die
Leute brachten auch Kerzen für den häuslichen Gebrauch zur Segnung, diese
gesegneten Kerzen sollten vor allem in der dunklen Jahreszeit das Gebetbuch
beleuchten, oder als schwarze Wetterkerzen Unwetter abwehren. Heute wird das
früher bedeutende Fest nur noch selten wie früher mit einer Lichterprozession
gefeiert. Lichtmess war bis 1912 auch ein offizieller Feiertag, nach diesem Tag
begann die Arbeit der Bauern nach der Winterpause wieder. Als Schlenkeltag
war
Lichtmess ein wichtiger Termin für Dienstboten: an Lichtmess wurde oft der
Dienstherr gewechselt.
Ambrogio Lorenzetti: Altarbild, 1342, Galleria degli Uffizi in Florenz

Seit 1960 wird der Tag auch im Abendland wieder als Fest gefeiert, nachdem
die Ostkirche an dieser Tradition unter dem Namen Hypapanthe
, Begegnung
,
festgehalten hatte. Seit dem 2.
Vatikanischen Konzil wird das Fest auch in der katholischen Kirche nach dem
biblischen Zeugnis das Fest der Darstellung des Herrn
genannt, dabei steht der
Lobgesang des Simeon im
Mittelpunkt (Lukasevangelium 2, 29 - 32).
Papst Johannes Paul II. hat
1997 das Fest gleichzeitig zum Tag des geweihten Lebens
erklärt. Im
Mittelpunkt dieses Tages stehen der Dank und das Gebet für die Frauen und Männer,
die sich in besonderer Weise dem Herrn,
also für Orden, apostolische Gemeinschaften, Säkularinstitute und Jungfrauen. An
diesem Tag soll den Gemeinden, besonders aber den Jugendlichen, die Entscheidung
zu einem Leben in der Nachfolge Christi vor Augen gestellt werden.
Patronin
(an diesem Tag) der Bandwirker, Essigbrauer, Wachs- und Lichterzieher
Bauernregeln:
Ist's zu Lichtmess mild und rein / wirds ein langer Winter sein.
Lichtmess-Sonnenschein / bringt großen Schnee herein.
Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, / gibt`s noch sehr viel Schnee und
Eis.
Lichtmess trüb / ist dem Bauern lieb; / ist Lichtmess aber licht / weicht der Winter nicht.
Ist's Lichtmess licht, / geht der Winter nicht.
Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, / ist der Frühling nicht mehr
weit; / ist es aber klar und hell, / kommt der Lenz wohl nicht so schnell.
Lichtmess im Klee, / Palmsonntag
(oder: Ostern) im Schnee.
Weiße Lichtmess - grüne Ostern.
Zu Stephani a Muckngahn, zu
Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig
Drei König a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess a ganze Stund.
- Gemeint
ist die Verlängerung der Tage *.
An Lichtmess fängt der Bauersmann / neu mit des Jahres Arbeit an.
Die Länge des lichten Tages vergrößert sich - gegenüber dem kürzesten Tag des Jahres am 21. Dezember - bis zum Stephanstag nur um einen Mückenschritt, zu Neujahr um einen kleinen Hahentritt, am Tag der Heiligen Drei Könige um die beachtliche Spanne eines Hirschsprungs und zu Mariä Lichtmess schon um eine ganze Stunde. Diese Werte gelten für einen Ort um 45 Grad nördlicher Breite, also etwa für Mailand, und geben somit Auskunft über den Ursprung der Regel.