Gedenktag katholisch: 5. April
gebotener Gedenktag im Bistum Augsburg
Name bedeutet: M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
K: die (im Glauben) Wachsende (latein.)
Am Anfang der Berufung von Anna stand eine Vision: der Vierzehnjährigen
war ihr Schutzengel erschienen,
hatte ihr ein Franziskanerinnen-Habit
gezeigt und beteuert, darin liege ihre Berufung. Die arme Tochter eines Webers
wollte man aber zunächst nicht ins Kloster aufnehmen, weil sie keine Mitgift
einbringen konnte. Erst als der evangelische Bürgermeister dem Kloster ein
Grundstück anbot, dafür die Aufnahme des Engels von Kaufbeuren
verlangte und die einfachen Schwestern die Oberin überstimmten, wurde sie 1703
aufgenommen.
Die Klosterzeit in Kaufbeuren
begann für Kreszentia als Passion. Die Oberin
erniedrigte und quälte sie. Man übertrug der schwächlichen Kreszentia sämtliche
schwere körperlichen Arbeiten, um sie wieder zum Austritt zu bewegen. Das Sieb,
mit dem das Siebwunder
geschah, wird noch heute gezeigt: die Oberin hatte
Kreszentia aufgefordert, mit diesem Sieb Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen -
das Gefäß aber hielt die Flüssigkeit. Auf Zeichnungen der Marterwerkzeuge
Christi hielt sie ihre
Erfahrungen fest. Geplagt wurde sie von Visionen; Beschwerden machten ihr
körperliche Belästigungen wie ständiges Zahn- und Kopfweh, die oft auch ihr
Gesicht entstellten; auch deshalb schalt man sie eine Hexe. Aber Kreszentia
duldete, erlebte jede Prüfung als weitere Stufe zum Himmel, in einer Vision
erlebte sie ihre Vermählung mit Jesus. Neben dem Leiden Christi galt ihre
besondere Verehrung der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.
und dem Heiligen Geist, der ihr in der Gestalt eines Jünglings erschien.
Gottes Licht
strahlte nun mit einer Macht aus, die weit über das Kloster
und die engere Umgebung hinausreichte. Die Oberin wurde abgesetzt, Kreszentia
1717 zur Novizinnenmeisterin ernannt, was sie blieb, bis sie 1741 sogar als Oberin
eingesetzt wurde. Sie war nun eine begehrte Ratgeberin für Menschen aller Stände,
beeindruckte durch Geduld und Glaubensstärke in
einem schweren und von Leiden gekennzeichneten Leben. Neben den persönlichen
Gesprächen stand sie mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit in
Briefkontakt, darunter waren über 70 Fürsten jener Zeit. Sie führte das Kloster
so erfolgreich, dass dessen materielle Existenz für lange Zeit gesichert war und
für die sozialen Aufgaben des Ordens viel Geld erübrigt werden konnte.
Nach Kreszentias Tod setzte ein Strom von Pilgern ein, der Kaufbeuren für lange Zeit zu einem Mittelpunkt des religiösen Lebens in Schwaben machte. Bis zu 70.000 Menschen kamen in manchen Jahren, um am Grab von Krescentia zu beten.
Kanonisation:
Die Seligsprechung erfolgte 1900, der 1956 eröffnete Heiligsprechungsprozess
fand sein Ende mit der Heiligsprechung durch Papst Johannes
Paul II.am 25. November 2001.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Im Kunstverlag
Josef Fink erschienen eine ganzer Reihe von Bücher über Kreszentia:
Die heilige Crescentia Höß von Kaufbeuren
- Crescentia Höß von Kaufbeuren
- Crescentia Höß: Eine Heilige für unsere Zeit
- Der Kreuzweg der hl. Crescentia von Kaufbeuren
- Gedenkstätte der hl. Crescentia von Kaufbeuren.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon