Ökumenisches Heiligenlexikon

Martin I.

Gedenktag katholisch: 13. April
nicht gebotener Gedenktag

Gedenktag orthodox: 14. April
                                       16. September

Gedenktag armenisch: 16. September

Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Papst, Märtyrer
* um 600 in Todi in Umbrien in Italien
† 16. September 655 in Chersones, heute Ruinen bei Sewastopol auf der Halbinsel Krim in der Ukraine

Kartenskizze Kartenskizze

Martin war vor seiner Papstwahl päpstlicher Gesandter am kaiserlichen Hof in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul. 649 wurde er zum Papst gewählt und ohne kaiserliche Bestätigung geweiht. Sein Regierungsantritt fiel in eine Zeit hitziger theologischer Streitigkeiten um das Problem des Monotheletismus, die Frage, wie viele Willen in Jesus wirksam gewesen seien. Die Diskussion war so heftig, dass der byzantinische Kaiser Konstantin II., der die Einheit der Kirche und des Reiches angesichts drohender muslimischer Angriffe erhalten wollte, 648 jede weitere Diskussion über dieses Thema strikt verbot.

Nachdem die in Rom unter Martins Vorsitz abgehaltene Lateransynode dieses Dekret und den Monotheletismus 649 verurteilt hatte, schickte der Kaiser ein Verhaftungskommando; doch dessen Leiter, Exarch Olympios, revoltierte gegen den Kaiser und erklärte sich selbst zum Herrn über Italien. Drei Jahre lang konnte der Papst in seinem Schatten ungestört regieren. Nach dessen Tod wurde Martin jedoch im Juni 653 von einem neuerlichen Kommando unter Exarch Theodor Kalliopa gefangen genommen, nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul gebracht, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt, auf Bitten des Patriarchen von Konstantinopel, Paulus II., begnadigt und in die Verbannung nach Chersones - heute Ruinen bei Sewastopol auf der Halbinsel Krim - geschickt, wo er starb.

Noch zu seinen Lebzeiten war in Rom sein Nachfolger, Eugen I., gewählt worden; da Martin nie abgedankt hatte, galt er aber noch als amtierender Papst.

Überliefert sind vier Briefe Martins aus Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - und aus Chersones - heute Ruinen bei Sewastopol auf der Halbinsel Krim. Seine Verehrung ist v.a. in der Ostkirche verbreitet.

Bauernregel: So wie Martin es will, zeigt sich dann der ganze April.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
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