Gedenktag katholisch: 13. April
nicht gebotener Gedenktag
Gedenktag orthodox: 14. April
16. September
Gedenktag armenisch: 16. September
Name bedeutet: dem (römischen)
Kriegsgott Mars geweiht (latein.)
Martin war vor seiner Papstwahl päpstlicher Gesandter am kaiserlichen Hof in
Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul.
649 wurde er zum Papst gewählt und ohne kaiserliche Bestätigung geweiht. Sein
Regierungsantritt fiel in eine Zeit hitziger theologischer Streitigkeiten um das
Problem des Monotheletismus, die
Frage, wie viele Willen
in Jesus
wirksam gewesen seien. Die Diskussion war so heftig, dass der byzantinische
Kaiser Konstantin II., der die Einheit der Kirche und des Reiches angesichts
drohender muslimischer Angriffe erhalten wollte, 648 jede weitere Diskussion
über dieses Thema strikt verbot.
Nachdem die in Rom unter Martins Vorsitz abgehaltene Lateransynode dieses Dekret und den Monotheletismus 649 verurteilt hatte, schickte der Kaiser ein Verhaftungskommando; doch dessen Leiter, Exarch Olympios, revoltierte gegen den Kaiser und erklärte sich selbst zum Herrn über Italien. Drei Jahre lang konnte der Papst in seinem Schatten ungestört regieren. Nach dessen Tod wurde Martin jedoch im Juni 653 von einem neuerlichen Kommando unter Exarch Theodor Kalliopa gefangen genommen, nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul gebracht, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt, auf Bitten des Patriarchen von Konstantinopel, Paulus II., begnadigt und in die Verbannung nach Chersones - heute Ruinen bei Sewastopol auf der Halbinsel Krim - geschickt, wo er starb.
Noch zu seinen Lebzeiten war in Rom sein Nachfolger, Eugen I., gewählt worden; da Martin nie abgedankt hatte, galt er aber noch als amtierender Papst.
Überliefert sind vier Briefe Martins aus Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - und aus Chersones - heute Ruinen bei Sewastopol auf der Halbinsel Krim. Seine Verehrung ist v.a. in der Ostkirche verbreitet.
Bauernregel:
So wie Martin es will, zeigt sich dann der ganze April.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon