Ökumenisches Heiligenlexikon

Martinianus

Gedenktag katholisch: 2. Juli

Gedenktag orthodox: 11. April

Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Märtyrer
* in Rom (?)
† um 70 daselbst

Martinianus und Processus waren nach der Legende Soldaten, die die Bewachung von Paulus und Petrus im Mamertine-Gefängnis zur Aufgabe hatten. Die beiden wurden demnach bekehrt und von Petrus getauft, wobei es in der Zelle kein Wasser zur Spendung des Sakramentes gab; deshalb klopfte Petrus mit seinem Stab auf den Steinboden, worauf ein Quell aus dem Felsen floss. Die Wärter halfen Petrus aus dem Gefängnis zu entkommen. Nach der Begegnung mit Christus auf der Via Appia kehrte Petrus zurück und akzeptierte seinen Tod durch Kreuzigung im Zirkus von Kaiser Nero an den Abhängen des vatikanischen Hügels. Martinianus und Processus wurden dann selbst verhaftet und ermordet.

Schon im 4. Jahrhunder war Processus und Martinianus eine - nicht mehr existierende - Kirche an der Via Aurelia in Rom gewidmet. Die Reliquien liegen heute im Petersdom.

Im Carcere Mamertino, dem Mamertine-Gefängnis, wird die Stelle des wundersamen Wasserflusses in der unteren Zelle immer noch gezeigt. 2010 wurden bei Ausgrabungen Reste von Fresken freigelegt, die die Umgestaltung des Ortes in einen christlichen Andachtsraum im 7. Jahrhundert dokumentieren. Heute befindet sich das Gefängnis unter der im 17. Jahrhundert erbauten Kirche San Giuseppe dei Falegnami und ist im Besitz des römischen Vikariats.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.zenit.org/article-20984
© www.heiligenlexikon.de