Ökumenisches Heiligenlexikon

Mathilde von Ringelheim
auch: die Heilige

Gedenktag katholisch: 14. März
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Diözesankalender Fulda, Paderborn

Gedenktag evangelisch: 14. März

Name bedeutet: die im Kampf Mächtige (althochdt.)

Königin, Wohltäterin, Klostergründerin
* um 895 in Enger bei Herford in Nordrhein-Westfalen
† 14. März 968 in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt

Kartenskizze

Mathilde von Ringelheim war die Tochter des sächsischen Grafen Dietrich, eines Nachfahren von Widukind, und der Reinhild aus dänisch-friesischem Geschlecht. Sie wurde bei ihrer Großmutter, der Äbtissin im Frauenstift Herford, erzogen. Sie war schön, anmutig, gelehrt, geschickt. Herzog Heinrich von Sachsen, auch auch Heinrich der Vogler genannt, der spätere König Heinrich I., vermählte sich 909 mit ihr in seiner Pfalz in Wallhausen bei Sangerhausen; sie war seine zweite Frau und brachte reiches Erbgut im Raum Herford und Enger in die Ehe ein. Mit ihm bekam sie fünf Kinder, darunter den späteren Kaiser Otto I. und Bruno, den späteren Erzbischof von Köln.

Hans Looschen: Kaiser Otto I. verabschiedet sich vor dem Dom in Nordhausen von seiner Mutter Mathilde, 1912, im 2. Weltkrieg zerstört, Replikat von 2001

Hans Looschen: Kaiser Otto I. verabschiedet sich vor dem Dom in Nordhausen von seiner Mutter Mathilde, 1912, im 2. Weltkrieg zerstört, Replikat von 2001

Mathilde war eine Frau, die auch schwere Schicksalsschläge wegsteckte: der frühe Tod ihres Mannes 936 und die Probleme der Thronnachfolge, das Misstrauen ihrer Kinder - vor allem ihres Lieblingssohnes Heinrich -, die in der fast grenzenlosen Freigiebigkeit der Mutter und deren Nächstenliebe eine Verschwendung von Throngeldern vermuteten, schließlich der frühe Tod eben jenes Lieblingssohnes Heinrich. Nach dem Tod ihres Mannes gab sie sich ganz den Werken der Barmherzigkeit hin und benutzte ihren Witwenbesitz, geistliche Gemeinschaften einzurichten, denen sie die Pflege des Andenkens ihres Mannes und aller verstorbenen Verwandten und Freunde auftrug. So stiftete sie das Kloster Quedlinburg am Grabe Heinrichs und leitete diesen Frauenkonvent dreißig Jahre lang selbst. Auch die Konvente in Pöhlde bei Herzberg am Harz, Enger und Nordhausen gehen auf Mathilde zurück und begründeten ihren Ruf als gute Mutter der Nation. In Quedlinburg ist sie begraben.

Zwei Lebensbeschreibungen entstanden in Nordhausen um 974 bzw. um 1002.

Attribute: Königin, Almosen verteilend
Bauernregel: Mathilde noch Schnee / tut den Früchten weh!

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Über Königin Mathilde - 1. Königin des ottonischen Reiches informiert die Website Otto der Große.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
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