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Caravaggio: Matthäus und der inspirierende Engel, 1602, in der
Contarelli-Kapelle der Kirche San Luigi dei Francesi in Rom
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Matthäus war einer der Apostel, er hieß ursprünglich Levi. Die ersten drei
Evangelien erwähnen, dass er Zöllner in der antiken Hafenstadt Kapernaum
- ein abgegangener Ort am See Genezareth - war; er also einer der von den Juden
verachteten - weil im Dienst der römischen Besatzungsmacht stehenden -
Steuereintreiber. Markus nennt ihn Levi, den Sohn des Alphäus
(Markusevangelium 2, 14), Lukas nennt ihn einfach Levi
(Lukasevangelium 5, 27).
Das Evangelium, das seinen Namen trägt, berichtet, wie Jesus
ihn vom Zolltisch weg berief und mit ihm aß (Matthäusevangelium 9, 9). Aus
seinem Beruf als Zöllner kann man schließen, dass Matthäus über eine gewisse
Bildung verfügt haben muss. Den Namen Matthäus erhielt er von Jesus.
Matthäus taucht in den neutestamentlichen Berichten nicht häufig auf. Drei der Evangelisten erwähnen - neben der Geschichte seiner Berufung - nur, dass er einer der zwölf Apostel war (Matthäusevangelium 10, 3; Markusevangelium 3, 18; Lukasevangelium 6, 15). Lukas berichtet von einem Festmahl mit vielen Gästen, das er anlässlich seiner Berufung ausrichtete (Lukasevangelium 5, 29).
Matthäus gilt in der Tradition als der Verfasser des ersten Evangeliums. Der
Überlieferung nach zog er nach Abschluss dieser Arbeit im Jahr 42 nach Parthien,
um das Evangelium zu verkünden. Nach anderer Überlieferung ging er in ein Land
der Menschenfresser
, genannt Äthiopien
, das ebenfalls in Mesopotamien lag.
Dort überwand er die Drachen der Zauberer, erweckte den Sohn des Königs Egippus
zum Leben und heilte dessen Tochter Ephigenia vom Aussatz; daraufhin wurde ihm
eine Kirche erbaut und die Königstochter trat ins Kloster ein. Der Bruder des
Königs aber begehrte nach dessen Tod Ephigenia zur Ehe - Matthäus erklärte ihm
vor allem Volk, dass sie die Braut eines höheren Königs sei, worauf der Wütende
Matthäus am Altar von rückwärts mit dem Schwert durchbohren ließ.
Andere Überlieferungen wissen um einen friedlichen Tod, die Steinigung oder den Tod im Feuer.
Matthäus' Reliquien liegen seit 954 in der nach ihm benannten Kathedrale von
Salerno,
die 1085 von Papst Gregor VII.
geweiht wurde und bald ein wichtiger Wallfahrtsort wurde. Die Redensart es ist
Matthäi am letzten
ist seit dem 16. Jahrhundert verbreitet und meint, der
Betreffende habe bald kein Geld mehr - das bezieht sich auf Matthäus Beruf als
Steuereintreiber. Bauern galt der Gedenktag des Matthäus als Beginn der
Winterzeit und als wichtiger Lostag für das Wetter. In der Nacht zum Gedenktag
konnten junge Mädchen
mit Hilfe von im Wasser schwimmenden Papierfetzen erfahren,
wann mit einer Hochzeit zu rechnen sei und mit wem diese erfolge. Auch das
Weihwasser wurde teilweise auf Matthäus zurückgeführt.
Rembrandt-Schüler,
Datum unsicher, in der National Gallery of Art in Washington
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Attribute:
Mensch oder Engel, denn er schilderte in seinem Evangelium das menschliche Sein
Christi; Schwert
Patron
von Salerno;
der Bankangestellten, Finanz-, Steuer- und Zollbeamten; Wechsler und Buchhalter;
gegen Trunksucht
Donatello: Stuckrelief in der Sakristei von San Lorenzo in Florenz,
1428-43 ![]()
Bauernregeln:Matthäuswetter hell und klar / bringt guten Wein im nächsten Jahr.
Ist Matthäus hell und klar, / gute Zeiten bringt's fürwahr.
Tritt Matthäus ein / soll die Aussaat fertig sein.
Wie es Matthäus treibt, / es vier Wochen bleibt.
Tritt Matthäus stürmisch ein, / wird's bis Ostern Winter sein.
Wenn Matthäus weint statt lacht / er aus dem Wein oft Essig macht.
Wenn Matthäus freundlich schaut, / man auf gutes Wetter baut.
Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Evangelium
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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