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Ökumenisches Heiligenlexikon

Matthäus

Gedenktag katholisch: 21. September
Fest Fest II. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die II. Klasse einem Fest.
Die Feste II. Klasse werden auch in den geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) gefeiert und verdrängen die Tagesliturgie.
21. September (Todestag), 6. Mai (Übertragung der Gebeine nach Salerno)
Fest im Bistum Girona: 22. September
Übertragung der Gebeine nach Salerno: 28. April
bedacht im Eucharistischen      Die Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
und im Keltischen Hochgebet I

Gedenktag evangelisch: 21. September

Gedenktag anglikanisch: 21. September

Gedenktag orthodox: 16. November

Gedenktag armenisch: 16. November
liturgische Feier am 5. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Auffindung seines Evangeliums: 21. September

Gedenktag koptisch: 9. Oktober, 16. November
wundersame Befreiung aus dem Gefängnis durch Maria: 18. Oktober

Gedenktag syrisch-orthodox: 24. Februar, 20. Mai, 2. Juni, 11. September, 9. Oktober, 16. November, 17. November

Name bedeutet: Gottes Geschenk (griech. - hebr.)

Apostel, Evangelist, Märtyrer
† nach 42 in Parthien in Mesopotamien (?)

Kartenskizze Kartenskizze

Matthäus war einer der Apostel, er kommt in allen Listen vor. Die ersten drei Evangelien erwähnen, dass er Zöllner in der antiken Hafenstadt Kafarnaum - ein abgegangener Ort am See Gennesaret - war, also einer der von den Juden verachteten - weil im Dienst der römischen Besatzungsmacht stehenden - Steuereintreiber. Das Evangelium, das seinen Namen trägt, berichtet, wie Jesus ihn vom Zolltisch weg berief und mit ihm aß (Matthäusevangelium 9, 9). Aus seinem Beruf als Zöllner kann man schließen, dass Matthäus über eine gewisse Bildung verfügt haben muss. Markus nennt ihn Levi, den Sohn des Alphäus (Markusevangelium 2, 14) - deshalb wir er auch als Sohn des == Alphäus und damit Bruder von Jakobus dem Jüngeren identifiziert; Lukas nennt ihn einfach Levi (Lukasevangelium 5, 27).

Matthäus taucht in den neutestamentlichen Berichten nicht häufig auf. Drei der Evangelisten erwähnen - neben der Geschichte seiner Berufung - nur, dass er einer der zwölf Apostel war (Matthäusevangelium 10, 3; Markusevangelium 3, 18; Lukasevangelium 6, 15). Das Lukasevangelium berichtet von einem Festmahl mit vielen Gästen, das er anlässlich seiner Berufung ausrichtete (5, 29).

Tatsächlich ist die Identität zwischen Levi und Matthäus höchst fraglich. Zwei verschiedene semitische Namen für eine Person wären ungewöhnlich; wie im Matthäusevangelium (4, 18) für Petrus müsste es wohl auch sonst heißen Levi, der Matthäus genannt wird. Tatsächlich erfolgte die Identifizierung wohl wegen der Bedeutung des Evangelisten für die Urgemeinde.

Matthäus war der Verfasser eines Evangeliums - aufgrund des Namenswechsels gilt er als der erste Evangelist. Nach Papias von Hierapolis schrieb er sein Evangelium in hebräischer Sprache. Der Überlieferung bei Apollonius nach wirkte er bis zum Jahr 42 in Jerusalem und verfasste dort sein Evangelium. Paulinus von Nola zufolge ging er nach Abschluss dieser Arbeit nach Parthien, um das Evangelium zu verkünden. Ambrosius von Mailand schilderte, dass Matthäus als Glaubensbote in Persien wirkte. Nach anderer Überlieferung bei Rufinus ging er in ein Land der Menschenfresser, genannt Äthiopien, das ebenfalls in Mesopotamien lag. Dort überwand er die Drachen der Zauberer, erweckte den Sohn des Königs Egippus zum Leben und heilte dessen Tochter Ephigenia vom Aussatz; daraufhin wurde ihm eine Kirche erbaut und die Königstochter trat ins Kloster ein. Der Bruder des Königs aber begehrte nach dessen Tod Ephigenia zur Ehe - Matthäus erklärte ihm vor allem Volk, dass sie die Braut eines höheren Königs sei, worauf der Wütende Matthäus am Altar von rückwärts mit dem Schwert durchbohren ließ.

Clemens von Alexandria weiß um Matthäus' friedlichen Tod. Andere Überlieferungen berichten von seiner Steinigung in Hierapolis - das heutige Manbij - in Syrien oder den Tod im Feuer.

Die legendären Überlieferungen stammen aus den apokryphen Matthäus-Akten und einer Schilderung seines Martyriums. Clemens von Alexandria berichtete, dass der Evangelist als Asket und Vegetarier lebte.

Auf Zypern habe man Ende des 5. Jahrhunderts das hebräische Manuskript des Matthäus gefunden. Theophylact von Ohrid berichtete Ende des 11. Jahrhunderts, der Text werde in Cäsarea verwahrt. Matthäus' Reliquien wurden 954 nahe Paestum - heute Ruinen bei Salerno - in Italien gefunden, sie wurden 1084 zur Zurückdrängung des Einflusses aus Byzanz - dem heutigen Ístanbul - aus Süditalien in die nach ihm benannten Kathedrale von Salerno gebracht, die 1085 von Papst Gregor VII. geweiht und bald ein wichtiger Wallfahrtsort wurde. Die Redensart es ist Matthäi am letzten ist seit dem 16. Jahrhundert verbreitet und meint, der Betreffende habe bald kein Geld mehr - das bezieht sich auf Matthäus' Beruf als Steuereintreiber. Bauern galt der Gedenktag des Matthäus als Beginn der Winterzeit und als wichtiger Lostag für das Wetter. In der Nacht zum Gedenktag konnten junge Mädchen mit Hilfe von im Wasser schwimmenden Papierfetzen erfahren, wann mit einer Hochzeit zu rechnen sei und mit wem diese erfolge. Auch das Weihwasser wurde teilweise auf Matthäus zurückgeführt.

Donatello: Stuckrelief in der Sakristei von San Lorenzo in Florenz, 1428-43

Donatello: Stuckrelief in der Sakristei von San Lorenzo in Florenz, 1428 - 43

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Attribute: Mensch oder Engel, denn er schilderte in seinem Evangelium das menschliche Sein Christi; Schwert, Geldbeutel
Patron von Salerno; der Bankangestellten, Finanz-, Steuer- und Zollbeamten; Wechsler und Buchhalter; gegen Trunksucht, gegen unheilbare Krankheiten, für den Milchfluss bei Frauen
Bauernregeln: Matthäuswetter hell und klar / bringt guten Wein im nächsten Jahr.
Ist Matthäus hell und klar, / gute Zeiten bringt's fürwahr.
Tritt Matthäus ein / soll die Aussaat fertig sein.
Wie es Matthäus treibt, / es vier Wochen bleibt.
Tritt Matthäus stürmisch ein, / wird's bis Ostern Winter sein.
Wenn Matthäus weint statt lacht / er aus dem Wein oft Essig macht.
Wenn Matthäus freundlich schaut, / man auf gutes Wetter baut.

Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Evangelium

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.10.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bautz.de/bbkl/m/matthaeus_e.shtml
• http://www.bauernregeln.net/september.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997