Ökumenisches Heiligenlexikon

Maurus von Subiaco

Gedenktag katholisch: 15. Januar
     gebotener Gedenktag im Benediktiner-, Trappisten- und Zisterzienserorden
     in Paris: Übertragung der Gebeine: 12. März
Name bedeutet: der Maure = Afrikaner (Mohr) (latein.)
Abt in Subiaco
* um 510 in Rom (?)
† um 580 in Gallien
Kartenskizze

Kartenskizze

Maurus von Subiaco (Mitte), zusammen mit Benedikt von Nursia (links) und Placidus (rechts); Fresko in der Sacra Speco in Subiaco

Maurus von Subiaco (Mitte), zusammen mit Benedikt von Nursia (links) und Placidus (rechts); Fresko in der Sacra Speco in Subiaco   

Maurus war der Sohn des römischen Senators Equitius, der ihn Benedikt von Nursia zur Erziehung übergab; Maurus wurde dessen Lieblingsschüler und Benedikts Nachfolger im Kloster Subiaco, als dieser auf den Montecassino übersiedelte. Er errettete nach dem Zeugnis Gregor des Großen seinen Klosterbruder Placidus vor dem Ertrinken aus dem Fluss und soll außergewöhnliche Kräfte zur Krankenheilung gehabt haben. Gerühmt wurden sein frommer Lebenswandel, der vollkommene Gehorsam und seine tiefe Demut.

Die von Odo von Glanfeuil 863 verfasste Lebensgeschichte erzählt, Maurus sei nach Gallien geschickt worden, wo er das Kloster Glanfeuil - das heutige St-Maur-sur-Loire - gründete. In Gallien soll er an der Pest gestorben und in Glanfeuil begraben worden sein.

Angebliche Reliquien von Maurus kamen nach St-Maur-des-Fossés, später in die Kirche St-Germain-des-Prés in Paris; in der französischen Revolution wurden sie 1793 vernichtet. Maurus' Verehrung auf dem Montecassino ist seit dem 11. Jahrhundert bezeugt.

Attribute: als Mönch mit Teufel
Patron der Kranken, Köhler, Lastenträger, Schneider, Schuhmacher und Kupferschmiede; gegen Heiserkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen, Gicht, Rheuma und Lähmungen

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000


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