Ökumenisches Heiligenlexikon

Mechthild von Hackeborn

Gedenktag katholisch: 19. November
     nicht gebotener Gedenktag im Benediktiner-, Trappisten- und Zisterzienserorden
Name bedeutet: kraftvolle Kämpferin (althochdt.)
Nonne, Mystikerin
* 1241 oder 1242 bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt
† 19. November 1299 (?) in Helfta in Sachsen-Anhalt
Kartenskizze

Aus dem Adelshaus von Hackeborn stammend, kam Mechthild im Alter von sieben Jahren in das Kloster Rodersdorf und 1258 zu ihrer Schwester Gertrud von Hackeborn ins Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben, wo diese Äbtissin war. Mechthild wurde Leiterin der Klosterschule. Sie war künstlerisch und mystisch begabt und Förderin der Herz-Jesu-Verehrung.

Ihre mystischen Erfahrungen hielt Mechthild bis zu ihrem 50. Lebensjahr geheim. Nun wurden ihre Offenbarungen von Mitschwestern und unter Mitwirkung von Gertrud von Helfta - zunächst ohne ihr Wissen - aufgeschrieben. Das Liber specialis gratiae, Buch der besonderen Gnade enthält ihre Visionen von Brautmystik, der Unio mystica als summa experientia, höchste Erfahrung, dazu die von Liebeswunden, der Herz-Jesu-Verehrung, über EucharistieEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., Liturgie und der Sorge für die Armen Seelen und ist reich an Allegorien wie der vom Tugendbrunnen oder vom Herzensgarten sowie Zahlensymbolik. Als Askeseleistung legte sie zur Erinnerung an die Passion Christi Scherben in ihr Bett und wälzte sich in ihnen, bis sie vor Blut triefte, um so den Zorn Gottes abzuwenden. Häufig wurde sie über das Schicksal Verstorbener befragt. Auch Wunderheilungen werden berichtet, so habe sie einer blinden Mitschwester wieder zum Sehen verholfen.

Mechthild Werk fand Leser bei den Gottesfreunden, war Heinrich Seuse und Johannes Tauler bekannt und wurde ins Holländische, Englische und Schwedische übersetzt.

Attribute: Buch mit Taube

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:

• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• http://www.tag-des-herrn.de/artikel/4926.php
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