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Mechthild (links) mit ihrer Schwester Gertrud
von Hackeborn 
Aus dem Adelshaus von Hackeborn stammend, kam Mechthild im Alter von sieben Jahren in das Kloster Rodersdorf und 1258 zu ihrer Schwester Gertrud von Hackeborn ins Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben, wo diese Äbtissin war. Mechthild wurde Leiterin der Klosterschule. Sie war künstlerisch und mystisch begabt und Förderin der Herz-Jesu-Verehrung.
Ihre mystischen Erfahrungen hielt Mechthild bis zu ihrem 50. Lebensjahr
geheim. Nun wurden ihre Offenbarungen von Mitschwestern und unter Mitwirkung von
Gertrud von Helfta -
zunächst ohne ihr Wissen - aufgeschrieben. Das Liber specialis gratiae
, Buch
der besonderen Gnade
enthält ihre Visionen von Brautmystik, der Unio mystica
als summa experientia
, höchste Erfahrung
, dazu die von Liebeswunden, der
Herz-Jesu-Verehrung, über
EucharistieEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., Liturgie und der Sorge für die Armen Seelen
und ist reich an
Allegorien wie der vom Tugendbrunnen oder vom Herzensgarten sowie Zahlensymbolik.
Als Askeseleistung legte sie zur Erinnerung an die Passion Christi
Scherben in ihr Bett und wälzte sich in ihnen, bis sie vor Blut triefte, um so
den Zorn Gottes abzuwenden. Häufig wurde sie über das Schicksal Verstorbener
befragt. Auch Wunderheilungen werden berichtet, so habe sie einer blinden
Mitschwester wieder zum Sehen verholfen.
Mechthild Werk fand Leser bei den Gottesfreunden
, war Heinrich
Seuse und Johannes Tauler
bekannt und wurde ins Holländische, Englische und Schwedische übersetzt.
Attribute:
Buch mit Taube
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon