Gedenktag katholisch: 8. Juni
Diözesankalender Trier
in Dijon: Auffindung der Gebeine: 9. September
Name bedeutet: der mächtig Starke (althochdt. - latein.)
Als Sohn eines fränkischen Adligen geboren, wurde Medardus 505 Priester und 530 Bischof von Vermand. Er verlegte den Bischofssitz nach Noyon, wurde 532 auch Bischof von Tournai als Nachfolger von Eleutherius. und leitete von dort aus die Heidenmission unter den Flament. Von ihm empfing Radegundis von Thüringen die Weihe zur Nonne. Seine hingebungsvolle Liebe zu Armen und Notleidenden und seine Gabe, Wunder zu wirken - Niketius von Trier berichtet 563/565 darüber, Gregor von Tours kannt ein Buch über seine Wunder und war selbst Augenzeuge von Wundern - ließ ihn schon früh weite Verehrung finden.
Die Legende erzählt, wie Medardus bei einer Wanderung übers Feld von einem Gewitter überrascht wurde und ein Adler kam, der ihn mit seinen Schwingen vor dem Nasswerden schützte.
Die älteste Lebensgeschichte entstand um 600. Radegundis' Mann König Chlotar I. ließ in Soissons, dem Sitz der französischen Könige, eine Abtei errichten und darin die Gebeine Medardus' beisetzen. Von hier aus breitete sich seine Verehrung schnell erst in Flandern, dann auch in Köln und Umgebung aus. Als Patron und Kriegsheiliger wurde er auch von Sigibert I. und Theudebert II. betrachtet. In Frankreich tragen 70 Gemeinden und Pfarreien seinen Namen. Für Bauern war Medardus' Gedenktag ein Lostag zur Bestimmung des Wetters während der beginnenden Heuernte.
Attribute:
Herz in der linken Hand, lachend
Patron
von Lüdenscheid;
der Bauern, Winzer, Bierbrauer und Schirmemacher; für trockenes
Heuwetter und eine gute Ernte, für Befreiung von Gefangegen; gegen Regen,
Zahnschmerzen, Fieber und Geisteskrankheiten
Bauernregeln:
Wer auf Medardus baut / erhält viel Flachs und Kraut.
Was St. Medardus für Wetter hält, / solch Wetter auch in die Ernte fällt.
St. Medard bringt keinen Frost mehr, / der dem Weinstock gefährlich wär.
Medardus ist ein nasser, / hält so schlecht das Wasser.
Macht Medardus feucht und nass, / regnet's ohne Unterlass.
Regnet's am Medardustag, / so regnet's 21 Tag'.
St. Medard keinen Regen trag, / es regnet sonst wohl 40 Tag.
Regen am Medardustag / verdirbt den ganzen Heuentag.
Wie's Wetter zu Medardi fällt, es bis zu Mondes Schluss (dem nächsten
Neumond) anhält.
Wie's Wetter auf Medardi fällt, / meist bis Monatsende hält.
Wie's wittert auf Medardustag, so bleibts sechs Wochen dann danach.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon