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Mildred war die Tochter von Merowald und Ermenburg, die tiefgläubig waren; sie erzogen
ihre Töchter zum Klosterleben. Nach der Geburt ihres vierten Kindes legten sie
selber die Gelübde der Reinheit und Keuschheit für den Rest ihres Lebens ab, Ermenburg
gründete auf Gütern, die sie von König Egbert als Sühnegeld für ihre ermordeten Brüder
bekommen hatte, das Kloster Minster
auf der heutigen Insel Sheppey im Bezirk Thanet in Kent und wurde dort Äbtissin.
Mildred wurde in der Benediktinerinnenabtei Chelles
bei Paris erzogen. Weil ein Ritter sie zur Frau nehmen wollte, musste sie nach einiger
Zeit die Flucht ergreifen. Zur Äbtissin, die Ärger vermeiden wollte und auf Seiten des
Ritters stand, sagte sie der Überlieferung nach: Wie wagt ihr es, Lehrerin der Keuschheit
und Führerin der Jungfrauen, mich zu einem anderen Leben zu verführen. Meine Mutter
schickte mich hierher zum Lernen, nicht zum Heiraten. Ich komme hierher einen Grund
zu suchen für ein jungfräuliches Leben, nicht einen Ehemann zu finden.
Mildred versteckte sich daraufhin einige Zeit im französischen Flandern, in der Gegend des
Ortes, der später nach ihr Millam
genannt wurde und in einer von Sümpfen geprägten Landschaft lag. Sie beeindruckte die
Menschen dort durch ihr Vorbild und ihre Lehren, durch ihre Güte gegenüber den Armen
und durch die Pflege von Kranken, die eine Heilung des durch die Sümpfe vervorgerufenen
Fiebers erbrachte, so dass man ihr schon damals den Beinamen die Heilige
gab.
Nachdem Mildred nach England zurückkehren konnte, trat sie ins Kloster Minster ein und folgte 695 ihrer Mutter im Amt der Äbtissin nach.
Nach ihrem Tod geschahen viele Wunder und wunderbare Heilungen, ihr Ruf verbreitete sich und sie wurde vielerorts als große Wundertäterin verehrt, so auch in Izenberge in Belgien. Nach der Zerstörung des Klosters Minster durch die Dänen im Jahr 1011 wurden Mildreds Reliquien nach Canterbury überführt, in der Reformation wurden sie vernichtet.
Attribute:
Stab und Buch
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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