Gedenktag katholisch: 10. September
Fest im Orden der Augustiner-Eremiten
Name bedeutet: der Sieger über das/aus dem Volk (griech.)
Statue an der Stelle von
Nikolaus Geburtshaus in Sant' Angelo in Pontano, zum 650. Todestag 1955 von der Kommune
und Bevölkerung errichtet 
Gemälde, 14. Jahrhundert, heute in der nach
Nikolaus benannten Basilika in Tolentino

Nikolaus wurde im Engelort
Sant'
Angelo in Pontano geboren. Legenden zufolge hatte ein Engel den zuvor
kinderlosen Eltern eine Wallfahrt zum
Grab des Nikolaus von Myra angeraten; aus
Dankbarkeit gaben sie dem Sohn den Namen des Heiligen. Nikolaus ließ sich 1255
in den Augustiner-Eremitenorden
aufnehmen und wirkte zunächst als Prediger und Beichtvater. 1270 empfing er die
Weihe zum Priester, 1275 wurde er nach Tolentino
geschickt, wo er wunderbare Bestätigungen durch Engel erlebte, die er um den
Altar stehen sah.
Nikolaus wurde ein höchst beliebter Prediger und Krankenseelsorger und führte ein Leben in Askese und tätiger Nächstenliebe. Erzählt wird, wie schon zu Lebzeiten durch ihn Wunder geschahen: seine Gebete wirkten heilend, er überwand den Teufel, der ihm die Ampel am Altar zerbrach und anderen Schaden anzutun versuchte. Zwei gebratene Vögel wollte er auch in schwerer Krankheit, wegen der gelobten Kasteiung, nicht genießen; als er sich auf das Gebot des Priors gehorsam fügte, einen Bissen zu nehmen, flogen die Rebhühner - lebendig geworden - davon.
Nikolaus im Glassarg in der Basilika di
San Nicola in Tolentino 
Nikolaus' Grab ist in der darüber für ihn erbauten und nach ihm benannten Basilika in Tolentino. Er wurde nicht im zunächst vorgesehenen Sarg bestattet, der in der großen für Nikolaus geschaffenen Kapelle steht, sondern unter dem Fußboden, nachdem ihm die Arme als Reliquien abgenommen wurden. Dort ereigneten sich zahlreiche Wunder, offiziell bestätigt wurden allein in den zwanzig Jahren nach seinem Tod mehr als 300. An den Armen des Toten seien bei besonderen kirchlichen Ereignissen jedesmal Blutergüsse entstanden. 1926 wurden seine Gebeine bei Grabungen wieder aufgefunden, in einen Glasschrein gebettet und in die dafür neu ausgestattete Krypta gebracht; sein Grab ist bis heute ein bedeutender Wallfahrtsort.
Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war Nikolaus einer der meistverehrten Heiligen in Europa und Amerika. An seinem Gedenktag wird altem Brauch gemäß Brot gesegnet, das gegen Gicht helfe oder bei Bränden in die Flammen geworfen wird, um sie einzudämmen; Hintergrund ist die Erzählung, wie Nikolaus vom Fieber geheilt wurde, nachdem er auf Geheiß von Maria Brot von einer alten Frau ereten hatte.
Kanonisation:
1325 wurde das Heiligsprechungsverfahren eingeleitet, 1445 wurde Nicola da Tolentino heiliggesprochen.
Attribute:
Lilie, Schüssel mit zwei Vögeln, Teufel, Geißel, Pfeile, Stern
Patron
von Bayern, Tolentino,
Venedig,
Genua,
Antwerpen,
Córdoba,
Lima
und Rom;
der Schiffbrüchigen, Gefangenen und der Armen Seelen im Fegefeuer, der Freiheit; für das tägliche Brot
unbekannter Meister aus Perugia:
Nikolaus (ganz links) und das Rosenwunder der Elisabeth
von Thüringen, Fresko, um 1337, ursprünglich in der nach Elisabeth benannten
Kirche in Perugia, heute in der Galleria Nazionale dell' Umbria daselbst

Bilder aus der Basilica di San Nicola in Tolentino
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon