Ökumenisches Heiligenlexikon

Noah

Gedenktag katholisch: 19. Dezember
     Tag, an dem Noah die Arche verließ: 28. April
Gedenktag evangelisch: 29. November
Gedenktag orthodox: 10. Mai
                                             vorletzter Sonntag vor Weihnachten
Gedenktag armenisch: 26. Dezember
     liturgische Feier am 2. Donnerstag nach dem Verklärungssonntag
Gedenktag koptisch: 1. August - Tag des Einstiegs in die Arche
                                    7. September - Tag des Auszugs aus der Arche
Gedenktag syrische Kirche: 2. Mai
Name bedeutet: der Ruhe Bringende (hebr.)
Retter der Menschen und Tiere, Weinbauer
* 3050 v. Chr. *
† 2100 v. Chr. *
Kartenskizze

Jacopo Bassano: Noah baut die Arche, um 1574, im Schloss Sanssouci in Potsdam

Jacopo Bassano: Noah baut die Arche, um 1574, im Schloss Sanssouci in Potsdam   

Von Noah berichtet die theologische Lehrerzählung der Urgeschichte des Alten Testaments. Er war der Sohn von Lamech, Enkel von Methusalem, also die 10. Generation nach Adam, und zeugte im Alter von 500 Jahren seine Söhne Sem, Ham und Japhet (1. Mose 5, 27 - 32). Noah lebte als untadeliger Mann und fand deshalb Gnade vor Gott, als der beschloss, er werde die Menschen, die ich geschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, denn es reut mich, dass ich sie geschaffen habe (1. Mose 6, 7). Noah bekam von Gott den Auftrag zum Bau der Arche mit 135 m Länge, 22,5 m Breite und 13,5 m Höhe, damit er und seine Frau mit seinen Söhnen und Schwiegertöchtern sowie je einem Paar (bzw. sieben Paaren, 1. Mose 7, 2) von allen Tieren vor der kommenden Sintflut gerettet werden (1. Mose 6, 14 - 20). Als Noah 600 Jahre alt war, kam die Sintflut und vernichtete alles Leben auf der Erde, nur die Insaßen der Arche wurden gerettet.

Michelangelo: Sintflut, 1508 - 09, Fresko in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan

Michelangelo: Sintflut, 1508 - 09, Fresko in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan   

Nach dem Ende der Flut baute Noah einen Altar, brachte Dankopfer und bewog Gott zum Entschluss, er werde hinfort nicht mehr schlagen, was da lebt. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8, 21 - 22). Das Zeichen dieses Bundes, den Gott mit Noah und allen Lebewesen schloss, wurde der Regenbogen (1. Mose 9, 11 - 17). Noah wurde nach Ende der Sintflut und Landung der Arche am Berg Ararat der erste Weingärtner, alsbald durch den gegorenen Rebensaft selbst betrunken und vor seinen Söhnen entblößt. Im Alter von 950 Jahren starb er (1. Mose 9, 18 - 28). Im Alten wie im Neuen Testament gilt er als Vorbild des gerechten Glaubenden (Ezechiel, 14, 14. 20; Hebräerbrief 11, 7).

Giovanni Bellini: der betrunkene Noah, um 1515, im Musée des Beaux-Arts in Besançon

Giovanni Bellini: der betrunkene Noah, um 1515, im Musée des Beaux-Arts in Besançon   

Japhet, der zusam­men mit Sem Träger der Se­gens­verhei­ßung war (1. Mose 9, 27), wurde der Urahne der Meder, der Grie­chen, der Men­schen am Schwarzen Meer und am nördlichen Mittelmeer und der indogermanischen Völker (1. Mose 10, 2 - 5). Die Nachfahren von Ham, dem von Noah verfluchten Sohn, weil der seine Blöße nicht bedeckte, sondern ihn verpetzte (1. Mose 9, 22 - 25) sind die Ägypter und Araber, die Babylonier, die Assyrer, die Kreter und Philister, die Kanaaniter - also die späteren Feinde Israels. Sem, Noahs Ältester Sohn, wurde Träger der Verheißung und Stammvater Abrahams und damit des Volkes Israel, dazu Ahnvater der Völker im Zweistromland, in Syrien und dem nördlichen Arabien, also der semitischen Völker.

Der Berg Ararat, im Vordergrund das Kloster Virap in Armenien

Der Berg Ararat, im Vordergrund das Kloster Virap in Armenien

Das Martyrologium von Hieronymus nennt unter Berufung auf Jakob von Nisibis den 28. April als den Tag, an dem Noah die Arche verließ. Die Armenische Kirche gedenkt Noahs unter den Patriarchen und feiert sein Gedächtnis am 1. Sonntag nach dem Tag der Verklaerung Jesu.

Muslime feiern das Ashura-Fest am 10. Muharram als Tag der Landung der Arche mit der Suppe Noahs: einer Art Pudding, der aus sieben natürlichen Zutaten besteht; die Zutaten sind variierbar, es müssen aber immer sieben sein und man muss etwas von der Süßspeise an sieben Freunde weiterreichen, damit sie Glück und Segen bringt. Der Legende nach feierten die Überlebenden aus der Arche den Tag nach der Sintflut mit einem Festessen; dazu ließ Noah alle noch vorhandenen lLebensmittel zusammentragen und daraus eine Speise zubereiten.

* nach dem jüdischen Kalender

Catholic Encyclopedia





Quellen:

• Bibliotheca Sanctorum, Bd. 9. Rom 1996 - Dank an Claudia Schwarz aus Egling, Brief vom 15. Juli 2006
• http://www.wdr.de/radio/wdr2/rhein_und_weser/501747.phtml



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