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Ökumenisches Heiligenlexikon

Odilo von Cluny

Gedenktag katholisch: 1. Januar
gebotener Gedenktag im Bistum Lausanne-Genf-Fribourg: 3. Januar
gebotener Gedenktag im Benediktiner-, Trappisten- und Zisterzienserorden: 11. Mai

Name bedeutet: der Kleines Besitzende (althochdt.)

erster Abt in Cluny
* um 962 in der Auvergne in Frankreich
† 1. Januar 1049 in Souvigny im Département Allier in Frankreich

Kartenskizze

Odilo entstammte dem adligen Haus der Mercoeur, sein Vater war der Ritter Beraud, seine Mutter hieß Gerberga. Er war Kanoniker in St-Julien in Brioude und trat auf Zureden von Wilhelm von Dijon um 990 ins Benediktinerkloster Cluny ein; schon 993 wurde er Stellvertreter von Abt Majolus, 994 dessen Nachfolger als fünfter Abt von Cluny. Er pflegte wie sein Vorgänger intensive Beziehungen zu den Herrschern der Sachsen, zu Kaiserin Adelheid, für deren Grab er um 1000 die Inschrift verfasste, zu Otto III. und Heinrich III. sowie zu den Königshäusern in Frankreich, Spanien und Ungarn. 997 ging er nach Rom, um den Status von Cluny absichern zu lassen. 998 erwirkte er von Papst Gregor V. für Cluny die uneingeschränkte Freiheit vom Diözesanbischof und 1024 die Erweiterung dieses Privilegs auf alle von Cluny abhängigen Abteien und Priorate.

Unter Odilos Leitung nahmen die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. weiteren Aufschwung und erreichten ihren Höhepunkt; Cluny wurde von einer Reformgemeinschaft zu einem zentralistisch ausgerichteten Klosterverband; die Zahl der Abteien unter der Leitung von Cluny stieg durch ihn von 35 auf mehr als 70 Klöster; Hauptverbreitungsgebiete waren die Auvergne, die Provence, die Île-de-France und Aquitanien, hinzu kamen Klöster in Italien und Spanien. Wo er ein Kloster aus Holz übernommen hatte, so sagt man, hinterließ er ein Kloster aus Marmor. Das deutsche Reichsgebiet blieb Odilo aber verschlossen - trotz seiner engen Beziehung zu Kaiser Heinrich II., der den ihm bei seiner Krönung durch Papst Benedikt VIII. übergebenen Reichsapfel und wohl auch andere Insignien 1014 Cluny schenkte; Odilo ließ diese Kostbarkeiten 1031/32 bei einer Hungersnot einschmelzen, um die Armen zu versorgen. In Cluny ließ Odilo - bis auf die Kirche - alle Gebäude neu errichten, um für den gewachsenen Konvent Platz zu haben; auch in anderen Cluny unterstellten Klöstern entfaltete er eine reiche Bautätigkeit.

Odilo war geistliche Autorität und politischer Ratgeber für ganz Europa. Er setzte sich in Frankreich für die Verbreitung des Gottesfriedensgedankens ein: einer Regelung, die bestimmte heilige Zeiten - zum Beispiel kirchliche Festzeiten - von Kampf und Krieg freihielt. Bei aller Härte gegen sich selbst war er nachsichtig gegenüber anderen. Ihm wird das Wort zugeschrieben: Wenn er in die Hölle kommen solle, dann lieber, weil er zu nachsichtig gewesen sei, als wegen Härte und Grausamkeit.

Odilo führte in Cluny um 1030 den Allerseelentag am 2. November ein, der sich von hier aus in aller Welt verbreitete. Er verfasste die Lebensgeschichte seines Vorgängers Majolus und - schon bald nach deren Tod im Jahr 999 - der Kaiserin Adelheid. Ab 995 verfasste er die Consuetudines Antiquiores, die althergebrachte Lebensweise und ab 1024 den Liber Tramitis, das Buch der Wege zur liturgischen Steigerung der benediktinischen Bräuche.

Odilos Lebensgeschichte schrieben sein Vertrauter, der Mönch Jotsaldus, und Petrus Damiani.

Attribute: Abt neben Fegefeuer
Patron der Armen Seelen im Fegefeuer; gegen Gelbsucht
Bauernregel: Denk an alle Seelen/auch wenn sie dir nicht fehlen.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Alban Butler: The Lives ...

Acta Sanctorum

Schriften von Odilo und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998