Ökumenisches Heiligenlexikon

Pantaleimon (Pantaleon, Botlan)

Gedenktag katholisch: 27. Juli
Gedenktag orthodox: 27. Juli
Gedenktag armenisch: 27. Juli
                                               11. Oktober
     Auffindung der Gebeine: 30. September
Gedenktag koptisch: 13. Juli
                                           12. Oktober
Name bedeutet: Pantaleimon: der ganz Barmherzige (griech.)
Pantaleon: ganz Löwe (griech.)
Arzt, Märtyrer, Nothelfer
* 2. Hälfte 3. Jh. in Nikomedia, dem heutigen Ízmit in der Türkei
† 305 (?) daselbst
Kartenskizze

Buchmalerei, 1493, Hartmann Schedels Nürnberger WeltChronik

Buchmalerei, 1493, Hartmann Schedels Nürnberger WeltChronik   

Pantaleon war Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter. Schon als Kind erkannte er seine Heilkräfte, er wurde in der Arzneikunst ausgebildet und von einem weisen Priester namens Hermolaus bekehrt und getauft. Als er im Beisein seines Vaters durch Anrufung Christi einen Blinden sehend machte, bekehrte sich auch der Vater.

Kaiser Maximian wählte sich den Könner als Leibarzt. Als Pantaleon dessen Frau erzählte, dass er Christ sei und versuchte, auch sie zu bekehren, wurde das Gespräch belauscht, Pantaleon beim Kaiser denunziert. Der soll daraufhin abgedankt und sich freiwillig in die Verbannung begeben haben.

Der Nachfloger ließ Pantaleon verhaften und anklagen, aber seine Standhaftigkeit konnte auch durch Geißelung, Gebranntwerden, Hunger und andere Martern nicht erschüttert werden; schließlich spaltete ein Schwertschlag, der ihn enthaupten sollte, dem an einen Ölbaum gebundenen Pantaleon das Haupt. Aus seiner Wunde sei danach kein Blut, sondern Milch geflossen. Dass ihm die Hände mit einem Nagel auf dem Kopf festgehalten wurden, begegnet in Darstellungen vom 15. Jahrhundert an.

Die Verehrung Pantaleons begann schon im 4. Jahrhundert, die Ostkirche verehrt ihn als Großmärtyrer, er gehört dort zu den heiligen Ärzten. 550 ließ Kaiser Justinian zu Ehren von Pantaleon in Konstantinopel eine Kirche bauen. Um 800 kam sein Kopf der Überlieferung nach nach Lyon, seit 972 werden Reliquien in Köln in der von Bischof Bruno erbauten Kirche St. Pantaleon verehrt, weitere sind in Lyon, Genua, Arles, Ravenna, Venedig, Andechs, Salem, Zwiefalten und anderswo. Pantaleon-Ampullen, die von der aus ihm geflossenen Milch enthalten sollen, gibt es u. a. in Bari, Neapel, Venedig und Madrid. Seit dem Mittelalter ist er einer der 14 Nothelfer.

moderne Ikone

moderne Ikone   

Attribute: Nägel, Salbenbüchse, Heilpflanze
Patron von Köln; der Ärzte, Ammen, Hebammen; der Haustiere; gegen Kopfschmerzen, Auszehrung, Heuschreckenplage; bei Verlassenheit und Viehkrankheiten

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984



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