Ökumenisches Heiligenlexikon

Paul Rabaut

Gedenktag evangelisch: 25. September

Name bedeutet: der Kleine (griech.)

Prediger, Pfarrer
* 29.1. 1718 in Bédarieux am Fuß der Cevennen in Frankreich
† 25. September 1794 in Nîmes in Frankreich

Kartenskizze

Paul Rabaut nahm schon als Kind an den verbotenen Gottesdiensten der Hugenotten teil. Mit 16 Jahren schloss er sich dem Prediger Jean Bétrine an, mit dem er 1734 bis 1738 die Entbehrungen und Gefahren des Wanderlebens teilte. 1742 wurde er reformierter Pfarrer in Nîmes, befand sich aber häufig auf der Wanderschaft und konnte sich durch Namenswechsel den Verfolgern entziehen. Rabaut war nicht nominell, aber faktisch der Bischof der Hugenotten; auf der Generalsynode im August 1744 fungierte er als Vizepräsident. Während der schwersten Verfolgungszeit von 1745 bis 1752 konnte er seine Gemeinden von Anschlägen mit Waffengewalt abhalten. Er wagte es sogar, dem Kriegsminister eine Bittschrift zu überreichen. In der zweiten großen Verfolgungszeit 1761 bis 1762 gelang es Rabaut, durch einen ausgedehnten Briefwechsel die öffentliche Meinung so zu beeinflussen, dass vielen Gefangenen die Flucht ermöglicht wurde. Inzwischen war der französische Protestantismus durch die Anstrengungen von Antoine Court und Paul Rabaut de facto fest installiert und organisiert. Als Held und Heiliger verehrt, zog er sich 1785 vom Pfarrdienst in Nîmes zurück.

Das Toleranzedikt von 1787 und die Revolution von 1789 brachten den Hugenotten schließlich die Glaubensfreiheit, Paul Rabaut war so der letzte Hirte der Wüste der verstreut im Untergrund lebenden hugenottischen Gemeinden, wurde aber unter der Schreckensherrschaft des Revolutionsregimes in Nîmes eingesperrt. Nach einigen Monaten wieder frei gelassen, hatte aber die Kerkerhaft seine Kräfte vollends aufgezehrt, er starb in seiner Wohnung; da kein protestantischer Friedhof vorhanden war, wurde er im Keller seines Hauses bestattet.

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