|
|
Paul Offer - der sich dann latinisiert Speratus
, der Hoffende
nannte -
war katholischer Priester in Dinkelsbühl,
ab 1512 Prediger in Salzburg,
dann um 1520 Domprediger in Würzburg.
Seit der Salzburger Zeit lebte er in eheähnlicher Gemeinschaft mit Anna Fuchs,
was ihm in Würzburg Schwierigkeiten bereitete. Er sollte deshalb eine Stelle in
Ofen - dem Stadtteil Buda von Budapest
- in Ungarn, übernehmen; auf dem Weg dorthin predigte er im Januar 1522 in Wien
im Stephansdom; diese Predigt zum Thema Ehe
erregte Aufmerksamkeit und die
negtive Stellungnahme der Universität Wien. Paul Speratus wollte sich nun offen
der Reformation Martin Luthers
zuwenden und machte sich auf den Weg nach Wittenberg;
unterwegs blieb er in Iglau - dem heutigen Jihlava
- in Mähren hängen und wurde bald offiziell als Pfarrer der Gemeinde berufen.
Seine reformatorischen Predigten erregten Anstand beim Bischof, Speratus wurde
gefangen genommen und in Olmütz - dem heutigen Olomouc
- als Ketzer ins Gefängnis geworfen und zum Tod durch Verbrennen verurteilt.
Speratus wurde dann aber begnadig, kam nach Wittenberg
und beteiligte sich an der Zusammenstellung der ersten Sammlung von
reformatorischen Kirchenliedern, des von Luther
herausgegebenen Achtliederbuches
mit vier Liedern von Luther und drei Liedern
von Speartus. 1524 wurde er vom Hochmeister des Deutschen
Ordens, Albrecht von
Preußen, als Reformator und Hofprediger nach Königsberg - dem heutigen
Kaliningrad
- berufen, er reformierte das Ordensland und wurde zum Herzog von Preußen
ernannt. 1530 wurde er erster lutherischer Bischof von Pomesanien mit Sitz in
Marienwerder - dem heutigen Kwidzyn.
Das Evangelische Gesangbuch enthält das von Speratus getextete Lied Es ist
das Heil uns kommen her
(EG 342), möglicherweise im Gefängnis in Olomouc
entstanden, das die wichtigsten theologischen Auffassungen der Reformation
komprimiert in 14 Strophen zusammenfasst.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren
Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen
Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
|
||||||||||||||||||||