Ökumenisches Heiligenlexikon

Paulus von Rom

Gedenktag katholisch: 26. Juni
     bedacht im EucharistischenEucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
     und im Ambrosianischen Hochgebet I
Gedenktag orthodox: 26. Juni
Name bedeutet: der Kleine (griech. - latein.)
Märtyrer
† im 4. Jahrhundert in Rom

Die Legende berichtet von den Brüdern Paulus und Johannes, dass sie als frühchristliche Märtyrer starben. Demnach waren beide Palastbeamte bei Konstantia, der Tochter von Kaiser Konstanin. Nach dem Tod ihrer Herrin ließ Kaiser Julian Apostata sie in ihrem Haus auf dem Mons Caelius - dem heutigen Monte Celio - enthaupten, weil sie ihm, dem Verächter des Christentums, den Dienst verweigerten. Sie wurden dann heimlich bestattet.

Der römische Senator Pammachius errichtete um 390 eine Basilika auf dem Gelände von drei früheren Stadthäusern in der Nähe des Claudius-Tempels auf dem Monte Celio; wie archäologische Erkenntnisse beweisen, gab es in diesen Häusern schon zuvor eine christliche Kultstätte, die beim Bau der Basilika als Katakombe mit einem Altar erhalten blieb. Die Basilika war wohl zunächst nicht Johannes und Paulus geweiht, erst im 6. Jahrhundert ist die Weihe der Kirche als SS. Giovanni e Paolo nachgewiesen. 1575 wurden unter dem Altar in der Katakombe die Gebeine mehrerer Menschen gefunden, die auf einen unbekannten Totenkult schließen ließen.

Die Leidensgeschichte von Johannes und Paulus ist wohl nachgebildet der Passio 363 in Antiochia - dem heutigen Antakya - gemarterten Offiziere == Juventus und == Maximus; sie wird im Martyrologium des Hieronymus und im Heiligenverzeichnis von Verona wiedergegeben. Weil sie historisch nicht nachweisbar sind, wurden Paulus und Johannes bei der Reform aus dem römischen Kaledner gestrichen, im Martyrologium von 2001/2004 sind sie wieder enthalten.

Ihr Gedenktag zur Zeit der Sommersonnwende machte Paulus und Johannes zu Wetterpatronen, schon 1150 wurden sie in der Chronik der deutschen Kaiser als solche erwähnt. Bauern erbitten von ihnen das gewünschte Wetter, in ihrem Namen werden Wetterkerzen geweiht, sie sind Patrone von Bittprozessionen für gutes Wetter.

Patron gegen Gewitter, Blitz, Hagel und Pest, für und gegen Regen und Sonnenschein

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996


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