Petri Stuhlfeier
Fest in Paris: 21. Februar |
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Alte biblische Überlieferung berichtet von der Wirksamkeit des Petrus
in Antiochia - dem heutigen Antakya
in der Türkei. Die Überlieferung macht ihn zum ersten Bischof an diesem Ort, der
42 hier seinen Sitz genommen habe - den Stuhl Petri
- der also älter ist als
der in Rom.
Die Legende berichtet, dass der Statthalter von Antiochia namens Theophilus
Petrus ins Gefängnis werfen ließ. Paulus
bot Theophilus daraufhin seine Dienste als Künstler in allerlei Handwerk an und
erreichte, dass Petrus zur Probe freigelassen wurde und dann den längst
verstorbenen Sohn des Theophilus wieder zum Leben erweckte. Theophilus bekehrte
sich und setzte Petrus auf einen hohen Stuhl
, damit alle ihn sehen und sein
Wort hören sollten. Petrus blieb danach sieben Jahre lang als Bischof in
Antiochia.
Thron
in der Petrusgrotte
in Antakya
Dick Osseman
Die Christengemeinde traf sich damals in einer Höhle oberhalb der Stadt, die
heute Petrusgrotte
genannt wird und als Kirche ausgebaut ist. Der Raum ist leer - bis auf einen weißen
Steinaltar, eine Statue von Petrus und dem Thron
des Apostels. Die Grotte gilt
als erste christliche Kirche der Welt. Auf der rechten Seite soll es damals eine kleine
Quelle gegeben haben, diesem Wasser wurde Heilkraft zugesprochen; links davon gab es
einen Fluchtweg in die Berge.
Fresko von Pietro Perugino (1445 ? - 1523) in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan:
Christus übergibt Petrus die
Schlüssel 
Das Fest dient in der katholischen Kirche heute aber dem Gedenken an die an
die Übertragung des besonderen Hirtenamtes, des Papstamtes,
an Petrus und an die Errichtung des Bischofsstuhles in Rom
durch Petrus, es ist in Rom schon Mitte des 4. Jahrhunderts bezeugt. Papst
Gregor I. ließ in der Basilika
St.
Peter einen steinernen Papstthron errichten, der
bis zum 13. Jahrhundert als Kathedra Petri
bezeichnet wurde. Dann wurde
allmählich einen anderer, hölzerner Thron mit diesem Attribut ausgezeichnet;
dieser war wohl im 9. Jahrhundert für Kaiser Karl den Kahlen hergestellt und von
diesem dann Papst Johannes VIII. geschenkt worden; später wurden Tafeln aus
Elfenbein, die die Taten des Herkules darstellen, hinzugefügt. Seit dem 13.
Jahrhundert galt er als wichtige Petrusreliquie. Im 17. Jahrhundert wurde er in
einer von Bernini geschaffenen Hülle in der Apsis des neuen Petersdomes
aufgestellt.
Das Fest in Rom am 22. Februar wurde ursprünglich vielleicht im Anklang an die Feier der Thronbesteigung eines Kaisers gefeiert. Vom späten 6. bis zum 9. Jahrhundert ist es in Rom nicht bezeugt, es wurde in jener Zeit aber auf Grund der sich ausbreitenden Verehrung des Petrus in Gallien gefeiert - oft am 18. Januar - und kam dann von hier aus im 9. Jahrhundert wieder nach Rom zurück.
Die Armenische Kirche feiert die Einrichtung des Bischofssitzes durch Petrus in Antiochia - dem heutigen Antakya -am 22. Februar, die Syrisch-malabrische Kirche feiert dies am 18. Januar.
Die koptische Kirche feiert das Fest des Christusbekenntnisses von Petrus und der Übergabe der Schlüssel an ihn nach der im Matthäusevangelium 16, 13 - 20 geschilderten Szene am 1. August.
Gian Lorenzo Bernini: Der Thron des Petrus, 1657 - 66, in der Peterskirche in Rom
Bauernregeln:
St. Clemens uns den Winter
bringt, / St. Petri Stuhl den Frühling winkt, / den Sommer bringt uns St.
Urban, / der Herbst fängt um
Bartholomäi an.
Ist es zu St. Petri kalt, / übt die Kälte noch 40 Tage Gewalt.
Wenns friert auf Petri Stuhlfeier, / friert`s noch vierzigmal heuer.
Ist St. Peter kalt, / hat der Winter noch lange Halt.
Hat Petri Stuhlfeier Eis und Ost, / bringt der Winter noch herben Frost.
Hat's in der Petersnacht gefroren, / lässt uns der Frost dann ungeschoren.
Wenn Petri die Bäche sind offen, / wird auch kein Eis mehr auf ihnen getroffen.
Ist an Petrus das Wetter schön, / dann kann man bald Kohl und Erbsen säen.
St. Peter hebt den Lenz an, / er geht aus auf St. Urban.
Papst
Benedikt XVI. stellte in einer Generalaudienz 2006 die
Bedeutung der Kathedra
Petri dar.