der Märtyrer
Gedenktag katholisch: 6. April
Übertragung der Gebeine: 7. Mai
nicht gebotener Gedenktag im Dominikanerorden: 4. Juni
Name bedeutet: der Fels (griech. - latein.)
Domenichino: Petrus' Martyrium, um 1618 - 1620, in der Pinacoteca in Bologna

Als Sohn von Eltern, die den als häretisch bezeichneten Albigensern
angehörten, trat Petrus im Alter von 16 Jahren in den Dominikanerorden
ein. Im Orden und als päpstlicher Gesandter bekleitete er hohe Ämter. Ab 1232 wirkte er auf Weisung des Papstes als
Inquisitor in Mittel- und Oberitalien; er zog sich durch seine erfolgreichen
Predigten und seine fanatische Strenge gegen sich und andere den Hass der
Katharer zu. Auf dem Weg von Como
nach Mailand
wurde er von gedungenen Mördern überfallen und starb, von Dolchstichen
durchbohrt, mit gespaltenem Schädel. Noch im Sterben habe er mit seinem eigen
Blut credo
, ich glaube
, auf den Boden geschrieben.
Petrus wurde in Mailand in der Kirche S. Eustorgio beigesetzt. 1336 - 1339 schuf Giovanni di Balduccio den prächtigen Sarkophag am Eingang zum Altarraum.
Im Dominikanerorden gibt es das
geweihte Petrus-Wasser
, das Krankheiten vertreiben und bei Wöchnerinnen das
Fieber senken soll. Das Petrus-Martyr-Kreuz
aus Palmenzweigen sollte gegen
Unwetter und Ungeziefer auf den Feldern helfen. Die Kölner
Bierbrauer erwählten ihn schon 1253 als Patron; sein mit einer Hopfenranke umgebenes Bildnis schmückte jahrhundertelang
den Brauer-Zunftsaal. Nach ihm benannte sich auch die Petri-Mailand-Bruderschaft der
Kölner Brauer, die heute noch in der Kölner Brauer-Corporation fortlebt.
Fresko von Fra Angelico:
Petrus fordert zum Schweigen auf, im Museum von San Marco in Florenz

Kanonisation:
Bereits im Jahr nach seinem Tod wurde Petrus kanonisiert.
Attribute:
mit Finger vor Mund; mit Kopfwunde und Schwert
Patron
von Como
und Cremona,
der Lombardei
und von Modena;
der Wöchnerinnen, der Bierbrauer in Köln;
für das Gedeihen der Feldfrüchte; gegen Kopfleiden, Gewitter, Blitz und Sturm
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon