Gedenktag katholisch: 22. August
Fest im Servitenorden: 23. August
Name bedeutet: der Pferdefreund (griech. - latein.)
Piero di Cosimo: Maria (Mitte) mit (von
links:) Johannes, Philippus Benitius,
Katharina von Siena,
Margaretha,
Antoninus von Florenz
und Petrus, um 1505, in der Galleria degli Uffizi in
Florenz

Philippus aus der edlen Familie der Benizi studierte Medizin und Philosophie in Padua und Paris. Er trat 1253 in den Servitenorden ein, wurde 1259 zum Priester geweiht und 1267 fünfter Generalprior des Ordens. Er leitete den Orden mit großer Umsicht, gab ihm seine Konstitutionen und verteidigte seinen Fortbestand angesichts der drohenden Aufhebung durch die Erlässe des 2. Konzils von Lyon im Jahr 1274. Er gilt deshalb als zweiter Gründer des Ordens und hat auch den weiblichen Zweig gegründet. Er gewann viele neue Mitglieder für den Orden, insbesondere bedeutende Männer.
Einem Aussätzigen schente Philippus einmal sein Unterkleid; als dieser es anzog, wurde er geheilt. Überliefert wird, dass die zum Konklave versammelten Kardinäle von diesem Wunder hörten und wollten ihn deshalb zum Papst wählen wollten. Philippus entzog sich der Wahl indem er sich am Monte Amiata in einer Einsiedelei versteckte. Deshalb wird er oft mit der TiaraTiara ist die früher bei feierlichen Anlässen getragene Krone des Papstes. Ihr Ursprung liegt in der am byzantinischen Hof getragenen phrygische Mütze, die aus Persien übernommen worden war. Die ersten solchen Hauben wurden im 7. / 8. Jahrhundert vom Papst getragen; im 10. Jahrhundert kam der erste Kronreifen hinzu, Ende des 13. Jahrhunderts der zweite, wohl während des Exils in Avignon der dritte. Die drei aufeinandergetürmten Kronen symbolisieren das Weiheamt, die Rechtssprechungsgewalt und das Lehramt des Papstes oder auch die göttliche Dreieinigkeit. Der bislang letzte Träger der Tiara, Papst Paul VI. verschenkte seine Papstkrone 1964 während des 2. Vatikanischen Konzils zugunsten Armer in der Dritten Welt. dargestellt - allerdings zu seinen Füßen als Ausdruck dafür, dass er das Papstamt abgelehnt hat.
Im nach Philippus Benitius benannten Dom von Todi werden seine Reliquien aufbewahrt. Der Servitenorden pflegt den Brauch, am Gedenktag von Philippus Brot und Wasser zu segnen; denn die Überlieferung berichtet, dass die Ordensbrüder in Arezzo dereinst unter einer Hungersnot litten; Philippus erflehte Hilfe bei Maria, kurz darauf stand ein Korb voll von Brot vor der Klosterpforte.
Kanonisation:
Philippus' Kult wurde von Papst Leo X. 1516 bestätigt, die Heiligsprechung
erfolgte 1671 durch Papst Clemens X.