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Ankunft des heiligen Pirmin auf der Insel Reichenau

Pirmin wird in den Legenden als Westgote, Iroschotte oder als von romanischer Herkunft bezeichnet. Er wurde um 720 zum Wanderbischof geweiht und zur Mission nach Nordwest-Frankreich und an den Oberrhein gesandt. Er unterhielt gute Beziehungen zum fränkischen Hausmeier Karl Martell und gründete zahlreiche Klöster, darunter möglicherweise das Kloster Mittelzell auf der Bodenseeinsel Reichenau; alles kriechende Getier, das die Insel schädigte, soll bei seiner Ankunft ins Wasser gestürzt und so verschwunden sein. Auf der Reichenau hielt Pirmin sich der Überlieferung nach bis 726 auf, um dann - von Herzog Theobald vertrieben - im Elsass seine Tätigkeit fortzusetzen.
Klostergründer Pirmin (rechts), Maria mit dem Jesuskind (Mitte) und Abt Witigowo
(links), darunter die personifizierte Reichenau
(augia); diese trägt die schwere Last der von Abt Witigowo erbauten Kirchen
auf ihren Schultern. An der Miniatur ist deutlich zu sehen, wie vielfältig und
umfangreich die sakrale Architektur auf der Klosterinsel gewesen war.
Buchmalerei aus den Gesta Witigowonis
des Purchard von Reichenau, Ende des 10.
Jahrhunderts, in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe

Hier war er im karolingischen Herrschaftsgebiet tätig, er gilt er als Gründer der Klöster Murbach im Jahr 727 und Neuweiler * - dem heutigen Neuwiller-lès-Saverne. Auch die Klöster Gengenbach und Schwarzach in Rheinmünster in Baden sowie um 740 Hornbach in der Pfalz werden ihm als seine Gründungen zugeschrieben, das Kloster Amorbach geht möglicherweise auf ihn zurück. Pirmin verbreitete in den Klöstern die Regeln der Benediktiner. Er starb wohl in Hornbach in der Pfalz.
In Pirmins Schrift De singulis libris canonicis scarapsus
, Auszug aus den
einzigartigen kanonischen Büchern
, findet sich die erste
Überlieferung des heute gebräuchlichen Apostolischen Glaubensbekenntnisses.
Darin schildert er, wie die Apostel an Pfingsten
beisammen sind, der Heilige Geist auf sie herabkommt und sie dann der Reihe
nach zu sprechen beginnen: Petrus: Ich glaube an
Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Johannes:
Und an Jesus Christus, seinen einzigen Sohn, unseren Herrn. Jakobus
sagte: Dieser ist vom Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria
geboren worden. Andreas sagte: Gelitten unter Pontius
Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Philippus
sagte: Er ist hinabgestiegen in die Unterwelt. Thomas
sagte: Am dritten Tag erstand er von den Toten. Bartholomäus
sagte: Er ist zum Himmel aufgestiegen und setzte sich zur Rechten Gottes, des allmächtigen
Vaters. Matthäus sagte: Von dort wird er kommen,
die Lebenden und Toten zu richten. Jakobus,
der Sohn des Alfeus, sagte: Ich glaube an den Heiligen Geist. Simon
der Zelote sagte: Und die heilige katholische Kirche. Judas,
der Sohn des Jakobus, sagte: an die Gemeinschaft des / der Heiligen und die Vergebung
der Sünden. Ebenso sagte Thomas [er redete zum zweiten Mal]: An die Wiederauferstehung des
Fleisches und das ewige Leben.
Pirmin-Statue am Ostende der Insel Reichenau

Das Kloster auf der Insel Reichenau erlebte im 9. bis 11. Jahrhundert seine Blüte, wurde Schule mit bedeutenden Gelehrten, geistiges Zentrum im Reich von Karl dem Großen und der Ottonen, bedeutend auch durch seine große Kunst in der Herstellung von Handschriften. in der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgehoben, 2001 wieder von Benediktinern besiedelt.
Pirmin ist Namensgeber der Stadt Pirmasens. Bestattet wurde er in Hornbach, seine Reliquien lagen dann in Speyer, seit 1576 sind sie in Innsbruck; weitere Orte sind im Besitz von Reliquien; 2009 wurden Reliquien in Mondsee gefunden, dort hatte Pirmin im Auftrag von Bayernherzog Odilo das Kloster gegründet, das 1791 aufgehoben wurde.
Attribute:
als Bischof, mit Schlangen
Patron
der Pfalz, des Elsass,
der Insel Reichenau
und von Innsbruck;
bei Augenleiden; gegen Pest, Schlangen, schädliches Gewürm, Vergiftung und
Rheumatismus
* Tatsächlich wurde dieses Kloster von Sigebald von Metz geründet.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Dort, wo der Rhein von den Höh'n der ausonischen Alpen herabfließt,
Weitet er sich gegen Westen und wird zum gewaltigen Meere,
Mitten in dieses Meeres Flut erhebt sich die Insel,
Aue wird sie genannt, ringsum liegen Deutschlands Gebiete;
Sie aber bringt hervor der Mönche treffliche Scharen.
Erstmals baute auf ihr ein Kloster der heilige Bischof
Pirmin und hütete dort drei Jahre hindurch seine Herde.
Walafrid Strabo: Visio Wettini, 824
Münster Mittelzell
auf der Insel Reichenau heute ![]()
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