Ökumenisches Heiligenlexikon

Pirmin

Gedenktag katholisch: 3. November
     nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
     Diözesankalender Chur, Freiburg i.Br., Speyer
Gedenktag evangelisch: 3. November
Gedenktag orthodox: 3. November
     in Deutschland
Name bedeutet: ?
Bischof, Glaubensbote am Oberrhein, Klostergründer
* um 690 in Narbonne in Frankreich (?)
† 3. November 753 in Hornbach in der Pfalz in Rheinland-Pfalz (?)
Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze

Ankunft des heiligen Pirmin auf der Insel Reichenau

Ankunft des heiligen Pirmin auf der Insel Reichenau   

Pirmin wird in den Legenden als Westgote, Iroschotte oder als von romanischer Herkunft bezeichnet. Er wurde um 720 zum Wanderbischof geweiht und zur Mission nach Nordwest-Frankreich und an den Oberrhein gesandt. Er unterhielt gute Beziehungen zum fränkischen Hausmeier Karl Martell und gründete zahlreiche Klöster, darunter möglicherweise das Kloster Mittelzell auf der Bodenseeinsel Reichenau; alles kriechende Getier, das die Insel schädigte, soll bei seiner Ankunft ins Wasser gestürzt und so verschwunden sein. Auf der Reichenau hielt Pirmin sich der Überlieferung nach bis 726 auf, um dann - von Herzog Theobald vertrieben - im Elsass seine Tätigkeit fortzusetzen.

Hier war er im karolingischen Herrschaftsgebiet tätig, er gilt er als Gründer der Klöster Murbach im Jahr 727 und Neuweiler * - dem heutigen Neuwiller-lès-Saverne. Auch die Klöster Gengenbach und Schwarzach in Rheinmünster in Baden sowie um 740 Hornbach in der Pfalz werden ihm als seine Gründungen zugeschrieben, das Kloster Amorbach geht möglicherweise auf ihn zurück. Pirmin verbreitete in den Klöstern die Regeln der Benediktiner. Er starb wohl in Hornbach in der Pfalz.

In Pirmins Schrift De singulis libris canonicis scarapsus, Auszug aus den einzigartigen kanonischen Büchern, findet sich die erste Überlieferung des heute gebräuchlichen Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Darin schildert er, wie die Apostel an Pfingsten beisammen sind, der Heilige Geist auf sie herabkommt und sie dann der Reihe nach zu sprechen beginnen: Petrus: Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Johannes: Und an Jesus Christus, seinen einzigen Sohn, unseren Herrn. Jakobus sagte: Dieser ist vom Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren worden. Andreas sagte: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Philippus sagte: Er ist hinabgestiegen in die Unterwelt. Thomas sagte: Am dritten Tag erstand er von den Toten. Bartholomäus sagte: Er ist zum Himmel aufgestiegen und setzte sich zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Matthäus sagte: Von dort wird er kommen, die Lebenden und Toten zu richten. Jakobus, der Sohn des Alfeus, sagte: Ich glaube an den Heiligen Geist. Simon der Zelote sagte: Und die heilige katholische Kirche. Judas, der Sohn des Jakobus, sagte: an die Gemeinschaft des / der Heiligen und die Vergebung der Sünden. Ebenso sagte Thomas [er redete zum zweiten Mal]: An die Wiederauferstehung des Fleisches und das ewige Leben.

Pirmin-Statue am Ostende der Insel Reichenau

Pirmin-Statue am Ostende der Insel Reichenau   

Das Kloster auf der Insel Reichenau erlebte im 9. bis 11. Jahrhundert seine Blüte, wurde Schule mit bedeutenden Gelehrten, geistiges Zentrum im Reich von Karl dem Großen und der Ottonen, bedeutend auch durch seine große Kunst in der Herstellung von Handschriften. in der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgehoben, 2001 wieder von Benediktinern besiedelt.

Pirmin ist Namensgeber der Stadt Pirmasens. Bestattet wurde er in Hornbach, seine Reliquien lagen dann in Speyer, seit 1576 sind sie in Innsbruck; weitere Orte sind im Besitz von Reliquien; 2009 wurden Reliquien in Mondsee gefunden, dort hatte Pirmin im Auftrag von Bayernherzog Odilo das Kloster gegründet, das 1791 aufgehoben wurde.

Attribute: als Bischof, mit Schlangen
Patron der Pfalz, des Elsass, der Insel Reichenau und von Innsbruck; bei Augenleiden; gegen Pest, Schlangen, schädliches Gewürm, Vergiftung und Rheumatismus

* Tatsächlich wurde dieses Kloster von Sigebald von Metz geründet.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://derstandard.at/?url=/?id=1234509407267
• http://www.evangelische-kirche-bebenhausen.de/texte/Credo-Geschichte.pdf
• http://www.petrus-giesensdorf.de/themen/2002/01/glaubensbekenntnis.htm
• Reif für die Insel, Stuttgarter Zeitung, 12. März 2011


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