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Polykarp, in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts Bischof von Smyrna, gilt als Schüler des Apostels Johannes. Er stand in Verbindung mit bekannten Leuten wie Ignatius von Antiochien, mit dem er 116 zusammentraf und von dem er Briefe empfing. Irenäus von Lyon war sein Schüler. Er vertrat die Kirchen Kleinasiens auf Zusammenkünften mit dem römischen Bischof Anicetus, wobei ergebnislos über den Zeitpunkt des Osterfestes verhandelt wurde.
Zeitgenossen sahen in Polykarp einen Fels in der Brandung
, einen
glaubensfesten Mann, wie er in den damals unruhigen Zeiten gebraucht wurde.
Deshalb zählt er zu den Apostolischen
Vätern, den Säulen der Kirchengeschichte. Sein Hauptanliegen war, die junge
Gemeinde mit all ihren suchenden, auch auseinander strebenden Tendenzen
zusammenzuhalten und zu einen. Er ermutigte seine Gemeinde, am Glauben
festzuhalten auch um den Preis eines Martyriums.
Diesen Preis musste Polykarp selbst zahlen: er wurde verhaftet, wobei er - wie Eusebius von Cäsarea berichtete - die Gelegenheit zu fliehen verstreichen ließ, um Gottes Willen zu gehorchen und den Häschern in seinem Haus sogar ein Gastmahl bereitete. Auf Verlangen der Menge wurde er dann im Circus vorgeführt und ihm der Prozess gemacht. Der Proconsul weigerte sich, Polycarp von Tieren zerfleischen zu lassen, weil dieser Programmpunkt bereits beendet sei, aber er erlaubte, Polycarp zu verbrennen. Das Volk nahm dies umgehend in die Hand; inmitten der johlenden Menge wurde er auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Der Legende nach konnten die Flammen ihm nichts anhaben, ein Wohlgeruch stieg vom Scheiterhaufen auf. Schließlich musste man Polykarp mit einem Dolch erstechen..
Christen bestatteten Polykarp und begingen von da an den Gedenktag an seinem Grab.
Attribute:
als Greis, auf Scheiterhaufen, Flamme, Dolch
Patron
gegen Ohrenleiden
Den
Brief
des Polykarp an die Gemeinde von Philippi gibt es in der Bibliothek der
Kirchenväter der Université Fribourg. Auch die Märtyrerakten
des Polykarp auf Deutsch gibt es dort.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon