|
|
Rafael Arturo Alvaro José de la Inmaculada Concepción y San Luis Gonzaga
wurde als ältestes von vier Kindern des Rafael Arnáiz Sánchez de la Campa und
der Mercedes Barón Torres, einer wohlhabender Familie, geboren. Die Erziehung
im katholischen Elternhaus prägte ihn sein Leben lang. Ab 1920 besuchte er
das Jesuitenkolleg La Merced und wurde
Mitglied der Marianischen Kongregation, ab 1923 das Jesuitenkolleg in
Oviédo.
1929 begann er mit dem Studium der Architektur, zunächst in Oviedo, ab 1930
in Madrid.
In einem Tagesplan, den er mit den Worten Alles für Jesus
überschrieben
hatte, legte er Zeiten für Studium und Gebet genau fest.
1930 besuchte er erstmal das Trappistenkloster
San Isidro de Dueñas in Palencia.
1933 leistete er seinen Militärdienst bei den Pionieren der Minenleger, im November
bat er dann um Aufnahme in die Trappistenabtei. Als Ordensnamen behielt er seinen
Taufnamen, dem er - wie bei den Trappisten üblich - den Namen Maria voranstellte.
Am Tag seiner Einkleidung schrieb er an seine Mutter: Ich bin immer überzeugter
davon, dass Gott die Trapa für mich geschaffen hat und mich für die Trapa. Es
ist unverkennbar: die einzig wahre Einsicht in der Welt ist, den Platz einzunehmen,
den Gott für uns vorgesehen hat.
Vier Monate verbrachte er in seiner Trapa,
dann erkrankte er an Diabetes und musste das Kloster verlassen; nach einigen
Monaten verbesserte sich sein Zustand, aber er konnte die volle Strenge der Regel
nicht tragen und deshalb keine Profess ablegen. So kehrte er im Januar 1936 als Oblate
in die Abtei zurück und lebte dort fortan auf der Krankenstation.
1936 wurde sein Jahrgang für den Spanischen Bürgerkrieg zum Kriegsdienst
eingezogen, Rafael jedoch wurde für untauglich erklärt und kehrte in die Abtei zurück.
Anfang Januar 1937 verschlimmerte sich seine Krankheit wieder, seine Oberen beschlossen,
ihn nach Hause zu schicken; am Tag vor seiner Abreise schreib er: Dies ist das
dritte Mal, dass ich mein Ordensgewand ablege und weltliche Kleidung anziehe.
Das erste Mal glaubte ich vor Kummer zu sterben. Das zweite Mal ging ich wegen
des Krieges. Ich ging gerne. Ich ging auf Urlaub. Das Neue, das der Krieg mit
sich brachte, die Neugierde, einige Tage Erholung von den Bußübungen erschienen
mir gut. Ich wusste, dass mir die Rückkehr ins Kloster schwerfallen würde. Ich
erkannte, dass Gott mich auf die Probe stellte. Das ditte Mal – das ist jetzt
– sehe ich Gottes Hand so deutlich, dass es mir einerlei ist, denn das Leid ist
die einzige Währung, die eines Tages Wert haben wird. Wo du auch hingehst, wirst
du das Kreuz finden, sagt Thomas
von Kempis.
Nachdem sich sein Gesundheitszustand wieder verbessert hatte, kehrte er im
Dezember 1937 erneut in die Abtei zurück. Nach langer Zeit des Leidens und Ringes
gelang es Rafael schließlich, die dunkle Nacht, die ihn umgab, zu durchbrechen.
Im März 1938 notierte er: Gott liebt mich so sehr, dass selbst die Engel es
nicht begreifen! Wie groß ist Gottes Barmherzigkeit! Er liebt mich! Er ist meine
Freund, mein Bruder, mein Vater, mein Lehrer! ... Ach, mein Jesus,
mir fehlen Papier und Feder! ... Wie ist es möglich, dass ich noch die Gelassenheit
habe, an etwas zu denken, was die Welt vernünftig nennt, ich, der ich den Verstand
verliere, wenn ich an dich denke!
Am Ostersonntag 1938 überreichte der Abt des Klosters Rafael ehrenhalber die Kleidung der Professmönche. Rafaels Gesundheitszustand verschlimmerte sich; nach einigen Tagen des schlimmen Leidens verstarb er.
Kanonisation:
Rafael Arnáiz Barón wurde 1992 von Papst Johannes
Paul II. seliggesprochen, im Oktober 2009 wurde er in Rom von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.
Schwester Ingrid Mohr P.I.J. verfasste die Biografie
Nur
Gast auf Erden? Rafael Anáiz Barón. Mystiker und Mönch.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren
Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen
Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
|
||||||||||||||||||||