Gedenktag katholisch: 11. September
Hochfest im Bistum der Stadt Zürich
nicht gebotener Gedenktag im übrigen Bistum Chur
Name bedeutet: die Ordentliche (latein.)
/ die Rätin (althochdt.)
Glasfenster: Regula, ihren Kopf in Händen, 1517, im Kloster Muri
bei Zürich 
Die geschichtlich wertlose Legende erzählt, dass Regula und ihr Bruder Felix nach der Vernichtung der Thebäischen Legion des Mauritius, der sie angehörten, von St-Maurice nach Zürich flohen, wo sie als die ersten Verbreiter des Christentums in Zürich zusammen mit ihrem Diener Exuperantius vom römischen Statthalter Decius enthauptet wurden. Wie Dionysius und andere Märtyrer sollen sie ihr Haupt bis zu dem Ort getragen haben, an dem sie bestattet werden wollten.
Die älteste überlieferte Fassung der Legende stammt aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts.
Über der Stätte der Bestattung von Felix
und Regula wurde das Züricher
Großmünster erbaut. Der Steinblock ihrer Hinrichtung stand an der Limmat,
deshalb errichtete man später an dieser Stelle die Wasserkirche
, praktisch im
Fluss. Lange Zeit wusste man auch von einer Quelle zu berichten, deren Wasser
heilkräftig gewesen sein soll: es handelte sich vermutlich um Wasser, das bei
hohem Wasserstand der Limmat durch die Mauern eindrang und dort eine Vertiefung
im Boden füllte, da das Fundament der Kirche unter dem normalen Wasserspiegel
lag.
Siegel des Kantons Zürich
mit den 3 Märtyrern 
Während der Reformation wurden die Reliquien in die Dorfkirche in Andermatt gebracht, ihre beiden Köpfe werden noch in der dortigen Pfarrkirche aufbewahrt. 1950, nach dem Bau der katholischen Kirche St. Felix und Regula in Zürich, fanden die übrigen Reliquien den Weg zurück in ihre Heimatstadt.
Der Brauch des Züricher Knabenschießen wurde an ihrem Gedenktag durchgeführt, heute am Wochenende davor oder danach. Das Siegel der Stadt Zürich stellt noch heute die drei mit den abgeschlagenen Häuptern in der Hand dar.
Patronin
von Zürich
Ikone von Miroslav Simijonivić, 2011: Maria
und Jesus Christus mit Verena
von Zurzach (links), Sabas I. von Serbien
(halblinks), Regula (halbrechts) und Felix (ganz rechts)

Ich hätte da einen interessanten Zusatz beizutragen, nachdem ich kürzlich
die interessante Ausstellung Ein Stück Himmel auf Erden - Ostkirchen in Zürich
(http://www.stadt-zuerich.ch/content/kultur/de/index/institutionen/ausstellungen_stadthaus/OstkircheninZuerich.html
und http://www.stadt-zuerich.ch/content/kultur/de/index/institutionen/ausstellungen_stadthaus/OstkircheninZuerich/Mediendokumentation.html)
besucht habe. Eigentlich wusste ich es schon, aber irgendwie war es nicht so tief in
meinem Bewusstsein verankert, aber die Ausstellung hat mich daran erinnert: die Heilige
Regula, (samt Felix und Exuperantius)
wurde von den orthodoxen Kirchen Zürichs adoptiert
. Die orthodoxen Gemeinden
feiern jedes Jahr auch den Regula-Tag im September und wenn ich mich richtig erinnere
an Zeitungsmeldungen, gibt es auch eine Prozession. Ja, ich habe in der Ausstellung sogar
(moderne) Ikonen von den drei Heiligen entdeckt.
Obwohl selber Protestantin, aber im Herzen Stadtzürcherin, freut mich diese Adoption
ungemein. Man vergesse nicht: Zürich ist eine ursprünglich protestantische Stadt, wo Huldreich
Zwingli wirkte.
Und hier werden die Stadtheiligen als Heilige mit koptischer Herkunft erwähnt:
http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/kultur/Deutsch/Institutionen/Ausstellungen%20Stadthaus/Grafik%20und%20Foto/---------------/Konzept_111011.pdf
Es gibt immer wieder neuere Publikationen und eine davon ist diese: http://www.evp-illnau-effretikon.ch/theologie-online/docus/fur.pdf
Weiter habe ich für Sie noch diesen offiziellen Text zum Kantonssiegel gefunden:
http://www.sk.zh.ch/internet/staatskanzlei/de/die_staatskanzlei/staatssiegel.html
Es ist doch spannend zu sehen, dass eine erzreformierte
Stadt wie Zürich,
respektive inzwischen der Kanton Zürich, noch heute die drei Heiligen im Siegel trägt.
Und zur Legende der drei Heiligen gibt es eine interessante, etwas
unorthodoxe Geschichte, die allerdings (noch) nicht belegt wurde. Ich habe sie bei einer
Stadtführung zum Regula-Tag vor einigen Jahren gehört. Verfasser
dieser neuen
Heiligen-Legende soll ein katholischer Theologe sein:
Dieser Theologe meint, es seien gar nie drei Heilige gewesen, sondern nur eine,
nämlich Regula. Die Namen Felix (der, resp. die Glückliche) und Exuperantius (überschwänglich
etc.) seien wir eine Art Adjektive zu nehmen. Er behauptet, man habe im alten Zürich
nicht eine einzige Heilige haben wollen, sondern mehrere und dann habe man eben die
Regula mit diesen Attributen
versehen, respektive diesen einen Namen gegeben.
Ich bin immer noch auf der Suche nach diesem Theologen, denn die damalige
Stadtführerin, die eigentlich nur Fakten erzählt, die historisch einigermassen belegbar
sind, habe ich nicht mehr angetroffen und auch nicht kontaktieren können. Allenfalls
werde ich mich nochmals bei Ihnen melden.
Jedenfalls ist diese Geschichte für uns Frauen zu schön um wahr zu sein ...
Das wärs für heute. Ich grüsse Sie freundlich
Regula Stern-Griesser, Journalistin BR aus CH-6600 Locarno über E-Mail, 5. März 2012