Ökumenisches Heiligenlexikon

Simon Dach

Gedenktag evangelisch: 14. April
Name bedeutet: die Erhörung (hebr.)
Dichter
* 29. Juli 1605 in Memel, heute Klaipėda in Litauen
† 14. April 1659 in Königsberg, heute Kaliningrad in Russland
Kartenskizze Kartenskizze

Simon Dach studierte in Königsberg - dem heutigen Kaliningrad - und in Wittenberg. 1633 wurde er Lehrer an der Domschule in Königsberg, 1636 Konrektor dieser Schule, ab 1639 war er Professor für Poesie in Königsberg. Sein poetisches Schaffen war gewaltig - sowohl dem Umfang als auch dem Gehalt nach. Dichten war ihm der höchstmögliche Ausdruck des göttlichen Wortes und Trostes. Wenn am Jüngsten Tag die letzte Erleuchtung der menschlichen Vernunft erfolgen wird, werden andere Künste überflüssig - nicht aber die Dichtkunst nach ihrem höchsten Vorbild - den Psalmen. Im Hier und Jetzt hat sie ihre Aufgabe darin, einen Vorgeschmack zu geben auf das, was sich dereinst offenbaren wird. Freude an der Schöpfung, barocke Lebensbejahung, eine lustvolle Weltzugewandtheit drücken sich in Dachs Lyrik aus, die ihren Grund im Bewusstsein haben, dass die wahre Heimat die himmlische ist, von der wir aber einen Vorgeschmack schon jetzt haben können.

Simon-Dach-Brunnen vor dem Theater in Klaipeda, gekrönt von der Figur des Ännchens von Tharau

Simon-Dach-Brunnen vor dem Theater in Klaipeda, gekrönt von der Figur des Ännchens von Tharau

Dach leitete den Königsberger Dichterbund, dem auch die Liederdichter Valentin Thilo und Heinrich Albert angehörten, und wurde als Verfasser weltlicher und geistlicher Lieder weithin bekannt. Seine Verfasserschaft für das ihm zugeschriebenen Ännchen von Tharau ist ungewiss.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte der Germanist Walther Ziesemer durch Herausgabe von Dachs Gesamtwerk dessen Schaffen sichern, denn im Krieg gingen seine Handschriften und Drucke weitgehend verloren.

Simon Dach: Was haben wir zu sorgen

Werke von Simon Dach gibt es beim Projekt Gutenberg-DE zu lesen.

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Quellen:

• Johann Anselm Steiger: Die Lust am Leben und die Weltflucht des Glaubens. Deutsches Pfarrerblatt 8/2005


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