Gedenktag evangelisch: 1. September
Name bedeutet: der Glatte (griech. - latein.)
oder: der Tüchtige (althochdt.)
Sixt Karl Kapff war Sohn eines Pfarrers und einer aus der französischen Schweiz stammenden Mutter. Seine Ausbildung erhielt er im Seminar in Blaubeuren und ab 1823 beim Theologiestudium im Tübinger Stift. Für kurze Zeit war er Vikar bei seinem Vater, der inzwischen Dekan in Tuttlingen war, dann wurde er Lehrer in Hofwil bei Bern in der Schweiz, schließlich 1830 Studienleiter am Stift in Tübingen.
1832 wurde Sixt Karl Kapff Pfarrer der Brüdergemeine in Korntal, die 1819 als Gemeinde außerhalb der evangelischen Landeskirche gegründet worden war, um die erweckten Menschen des Pietismus von einer Auswanderung nach Palästina abzuhalten, wo sie an heiligem Ort das in naher Zeit erwartete Kommen Christi abwarten wollten. Kapff schien dem Vorsteher der Gemeinde von Korntal der richtige Pfarrer für die Menschen mit ihrer besonders geprägten Frömmigkeit. Ihre Unterscheidung einer ersten Auferstehung, die sofort nach dem Tod erfolge, aber nur den besonders Rechtgläubigen vorbehalten sei, zum Unterschied von einer zweiten Auferstehung, die allen Christen, aber erst am jüngsten Tag, gelte, war auch für Kapff anfangs schwierig. Kurz nach seinem Amtsantritt heiratete er. Zu seinen Predigten kamen Leute von weither, die Gemeinde erblühte.
1843 wurde Kapff Dekan in Münsingen,
1847 in Herrenberg,
1849 Mitglied der Ständeversammlung, die nach der Bewegung von 1848 eine neue
Verfassung für das Königreich Württemberg
erarbeiten sollte. 1850 wurde er Prälat in Reutlingen
und damit Mitglied der Kirchenleitung. 1852 wurden ihm die Verwaltungsgeschäfte
seines Amtes abgenommen und er statt dessen zum Prediger an der Stiftskirche in
Stuttgart
bestellt. Fast dreitausend Menschen kamen, um seine Sonntagspredigten zu hören.
Als Brückenbauer
auf dem Weg zum Glauben hat er sich selbst bezeichnet. Seine
Verkündigung gab den Anstoß zur Gründung des Diakonissenhauses in Stuttgart.
Nach kurzer Krankheit starb er überraschend.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Das Gymnasium in Hofwil
heute 
Das 1819 erbaute Lehrerhaus
in Hofwil 