Ökumenisches Heiligenlexikon

Sixtus II.

Gedenktag katholisch: 7. August
     n.g. Gedenktag
     bedacht im Ambrosianischen Hochgebet I
     Todestag: 6. August
Gedenktag orthodox: 10. August
Gedenktag armenisch: 11. August
Name bedeutet: der Glatte (griech. - latein.)
römischer Bischof, Märtyrer
* in Athen in Griechenland (?)
† 6. August 258 in Rom
Kartenskizze

Sixtus II. wurde 257 im selben Monat, in dem der erste Erlass von Kaiser Valerianus zur Christenverfolgung erschien, Bischof von Rom als Nachfolger von Stephanus I. In der lange Jahre hart geführten Auseinandersetzung mit Cyprian von Karthago und der Kirche in Nordafrika, ob eine von Ketzern durchgeführte Taufe gültig sei, schwenkte er auf die Position der Afrikaner ein und anerkannte diese Taufen nicht - erst auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. 314 in Arelate - dem heutigen Arles - wurde die alte römische Position, wonach jede Taufe gültig und Wiedertaufe ausgeschlossen ist, wieder hergestellt. Nachdem sein Vorgänger Stephanus I. den Kontakt zu den Bischöfen in Nordafrika und Kleinasien abgebrochen hatte, stellte Sixtus diesen wieder her.

Nach dem Bericht des Cyprian von Karthago fiel Sixtus den Verfolgungen unter Kaiser Valerianus zum Opfer; nach dessen zweitem, verschärften Erlass vom August 258, der besonders alle KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. zum Ziel hatte und die Todesstrafe bei Verweigerung der heidnischen Opfer vorschrieb, wurde Sixtus zusammen mit vier Diakonen, darunter der Überlieferung nach Laurentius, Agapitus und Felicissimus, beim Gottesdienst in den Callistus-Katakomben verhaftet und sofort enthauptet.

Cyprian schilderte Sixtus als guten und friedliebenden Gottesmann. Der römischer Bischof Damasus I. ließ über dem Richtplatz und am Grab von Sixtus je eine Inschrift anbringen.

Sandro Botticelli: Fresko, 1481, in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan

Sandro Botticelli: Fresko, 1481, in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan   

Sixtus wurde in der später so genannten Krypta der Päpste der Callistus-Katakomben bestattet. Die Legende aus dem im 6. Jahrhundert lässt Sixtus nach seiner Gefangennahme die Kirchenschätze seinem liebsten Schüler und Diakon Laurentius übergeben, damit der sie unter die Armen verteile, ehe sie der Beschlagnahme durch den Kaiser verfallen.

Attribute: Geldbeutel oder Goldstück, mit Laurentius
Patron der Schwangeren; für Gedeihen von Bohnen und Trauben; gegen Hals- und Rückenschmerzen

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• Adolf v. Harnack: Die Mission und Ausbreitung des Christentums. J. C. Hinrich, Leipzig 1924
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000



Digg it delicious Facebook Google Bookmark Mister Wong Myspace netvibes linkarena blinklist Yahoo Yigg StudiVZ Folkd Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live
W3C