Ökumenisches Heiligenlexikon

Stanislaus von Krakau
polnischer Name: Stanislaw

Gedenktag katholisch: 11. April
gebotener Gedenktag
in Gnesen: Übertragung der Gebeine: 27. September
in Gran - heute Esztergom: Übertragung der Gebeine: 6. Oktober

Name bedeutet: der im Lager Berühmte (slawisch)

Bischof von Kraków, Märtyrer
* um 1030 in Szczepanów (?) bei Krakau / Kraków in Polen
† 11. April 1079 in Krakau / Kraków in Polen

Kartenskizze Kartenskizze

Stanislaw wurde aus polnischem Ritteradel geboren. Die Jugend- und Ausbildungszeit verbrachte er in Gniezno und Paris. Nach seiner Heimkehr wurde er Priester und Kanonikus in Kraków und um 1071 Bischof daselbst. Einen Toten habe er als Zeuge für einen Rechtsstreit um ein Grundstück der Kirche aus dem Grabe erweckt. König Boleslaws II. des Kühnen Bestreben, die Stellung des Bistums Gniezno zu stärken und die polnische Kirche nach ihrer schweren Krise in den 30-er Jahren des 11. Jahrhunderts zu reorganisieren, bedrohten Besitz und Einfluss der Krakauer Kirche, so dass sich Stanislaw an der Opposition gegen den König beteiligte. Mehrfach ermahnte er ihn wegen Grausamkeiten und ehelicher Untreue, schließlich exkommunizierte er ihn.

Auf Befehl des Königs wurde Stanislaw - wohl mit Billigung des Erzbischofs von Gniezno - verurteilt, während einer Messe erschlagen und gevierteilt. Überlieferungen berichten, der König habe selbst das Urteil vollstreckt, weil seine Ritter sich geweigert hätten.

unbekannter Maler: Stanislaus wird von König Boleslaw II. gevierteilt, 1521 im National-Museum in Poznan

unbekannter Maler: Stanislaus wird von König Boleslaw II. gevierteilt, 1521 im National-Museum in Poznan

Während Stanislaw schon wenige Jahre später als Heiliger verehrt wurde, musste Boleslaw nach Ungarn fliehen - das wütende Volk vertrieb den König ob seiner Untat am Bischof -, wo er später auch starb. Vincentius von Kielce verfasste zwei Lebensgeschichten, sie spielten im 13. und 14. Jahrhundert für die Propagierung der Einheit Polens eine wichtige Rolle. Stanislaw ist einer der am meisten verehrten Heiligen in Polen. Seine Überreste befinden sich in der Kathedrale in Krakau / Kraków.

Kanonisation: Von Papst Innozenz IV. wurde Stanislaus 1253 kanonisiert.
Attribute: Schwert, auferweckter Toter
Patron von Polen; bei Glaubenskämpfen
Bauernregel: Wenn sich naht St. Stanislaus, / rollen die Kartoffeln raus.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/mai.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000
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