Gedenktag katholisch: 18. September
Name bedeutet: von der Insel Thera (der heutigen Insel Santorin) stammend (griech.)
Therese Neumann
Therese, ältestes von elf Kindern eines Schneiders, wurde in der Nacht zum Karfreitag geboren. Im Alter von 14 Jahren kam sie als Magd auf einen Bauernhof im Ort, dort erlebte sie 1918 einen großen Brand, der sie körperlich und seelisch erschütterte. In den folgenden Monaten erblindete sie, Lähmungserscheinungen traten auf; aber 1923, am Tag der Seligsprechung von Theresia von Lisieux, konnte sie plötzlich wieder sehen und 1925, am Tag der Heiligsprechung von Teresia, wieder gehen, schließlich im selben Jahr am Todestag Teresias konnte sie sich wieder ohne jede Beeinträchtigung bewegen.
Therese nahm nun nur noch flüssige Nahrung auf. Während der Fastenzeit 1926 stellte sich eine erste Stigmawunde in der Herzgegend ein, an Karfreitag erschienen an ihr die Fuß- und Handwundmale. Ab Weihnachten 1926 lebte sie völlig ohne Nahrung, nur vom täglichen Empfang der Hostie. 1927 zeigten sich an einem Freitag erstmals auch die Dornenkrone-Stigmata, die immer künftig freitags bluteten, wenn sie das Leiden Christi schaute. In tiefer religiöser Entrückung blutete sie immer wieder aus Augen, Händen und einer Wunde an ihrer Seite. Fast 700 Mal erlebte sie in Ekstase das Leiden und Sterben Jesu Christi mit; jeweils am Karfreitag fiel sie in einen todesähnlichen Schlaf, aus dem sie erst am Ostermorgen erwachte. Trotz ihrer einfachen Bildung konnte sie Aramäisch, die Sprache Jesu, sprechen, gut 35 Jahre lang hat sie nach dem Zeugnis vieler Menschen außer der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. keine Nahrung zu sich genommen.
Foto von Ferdinand Neumann: Therese in Ekstase. In: Johannes Steiner: Visionen der Therese Neumann, München und Zürich 1973
Fritz Gerlich, damals Chefredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten
,
hatte nicht glauben wollen, was in seinem eigenen Blatt über die wundersamen
Ereignisse um Therese geschrieben worden war. Um dem Schwindel auf die Spur zu
kommen
, reiste er im November 1927 nach Konnersreuth,
kam als von der Richtigkeit der Wunder Überzeugter zurück, bekehrte sich zum
Katholizismus und verfasste das zweibändige Werk Die Stigmatisierte von
Konnersreuth
. Konnersreuth entwickelte sich immer mehr zu einem Wallfahrtsort
und ab 1929 auch zu einem geistigen Zentrum von Gegnern des Nationalsozialismus,
1933 gab es eine Hausdurchsuchung der GeStaPo bei Therese, die inzwischen wieder
in ihrem Elternhaus lebte. Mit der Zahl der Resl
-Verehrer wuchs auch die der
Skeptiker: von Betrug war die Rede, von einer Persönlichkeitsstörung und der
krankhaften Wundersucht der Leute. 1962 starb Therese am Tag
der Sieben Schmerzen Mariens unerwartet an den Folgen eines Herzinfarkts, der
zunächst für eine erneute Ekstase gehalten wurde, in den Armen ihrer Schwester
Maria.
Jährlich wallfahren heute um die 50 000 Besucher nach Konnersreuth, vor allem US-Amerikaner, die in der Nähe stationiert waren, und Spanier, die die Stigmatisierte verehren. Viele wundersame Heilungen werden bezeugt.
Therese Neumann auf dem Totenbett
Kanonisation:
Anfang 2005 wurde das Seligsprechungsverfahren auf diözesaner Ebene eröffnet.
Klaus
Panzer informiert
auf seiner schönen Webseite umfassend, mit einer Reihe von online zu
lesenden Büchern und weiteren Bild- und Tondokumenten sowie Verweisen zu
weiteren Websites.
Auch
das kritische Buch Der
Schwindel von Konnersreuth
von Josef Hanauers gibt es online.
Die
offizielle
Homepage der Therese Neumann von Konnersreuth gib es in Deutsch, Englisch,
Niederländisch, Tschechisch und Russisch.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon