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Hans Burgkmair, 1518, Gemäldegalerie in Berlin

Ulrich, Sohn des alemannischen Gaugrafen Hubald von Dillingen und dessen Frau Thietburga, wurde für den geistlichen Stand bestimmt und studierte um 900 bis 908 im Kloster St. Gallen. Er wurde dann Kämmerer seines Onkels, des Bischofs Adalbero von Augsburg und verwaltete gleichzeitig die großen Familiengüter, auf die er sich nach Adalberos Tod ganz zurückzog, weil er bei der Nachfolge seines Onkels übergangen worden war. 923 wurde er, auf Empfehlung seines Verwandten, des Herzogs Burchard I. von Schwaben, von König Heinrich I. doch als Bischof von Augsburg eingesetzt - dies habe ihm bei einem Besuch in St. Gallen die dort lebende Reklusin Wiborada so auch vorhergesagt.
Ulrich verkehrte aufgrund verwandtschflicher Beziehungen am Hof von König Heinrich I. und Otto I., er beriet Fürsten, hielt SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ab, sorgte 926 für die Befestigung Augsburgs mit steinernen Mauern und verteidigte die Ansprüche seines Bistums. Die Legende erzählt, wie Afra dem Schlafenden im Traum erschien und ihm durchs Fenster Petrus zeigte, der mit vielen Bischöfen auf dem Lechfeld saß; Petrus teilte Ulrich mit, dass er beim Kaiser die ihm zustehende Weihe über Klöster und Stifte gegen Herzog Arnulf durchsetzen solle. Beim Aufstand von Herzog Liudolf 953/954 verteidigte er als einziger schwäbischer Fürst den Kaiser und vermittelte schließlich den Waffenstillstand.
955 befehligte Ulrich als Reichsfürst hoch zu Ross die Verteidigung von Augsburg gegen die andrängenden Ungarn; seinem inständigen Gebet, mit dem er die Kämpfenden stärkte, wurde der Sieg auf dem Lechfeld zugeschrieben. Ohne Schild und Waffen sei er, nur mit der Bibel in der Hand, den andrängenden und militärisch weit überlegenen Heiden entgegen geritten; zum Dank verlieh Otto I. ihm das Münzrecht für Augsburg. Ulrich baute dann die von den Ungarn zerstörten Klöster und Dörfer seines Gebietes wieder auf, zeitweise war er selbst auch Abt des Klosters in Kempten und des Klosters in Ottobeuren und ließ den von den Ungarn 955 zerstörten Dom in Augsburg neu errichten. Das beim Ungarneinfall zerstörte Kanonikerstift gründete er neu und bestimmte es zu seiner Grabstätte. Außerhalb der ehemaligen Stadtmauern gründete er 968 das Kanonissenstift St. Stephan und ein Spital.
Nikolaus und Jörg Seld: Ulrichskreuz. Reliquiar, das das hölzerne Siegkreuz enthält, das Ulrich bei der Lechfeldschlacht den Ungarn entgegen gehalten habe. 1494, in der Heiltumskammer der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg
Ulrich sorgte sich um würdige und zur rechten Zeit eingehaltene kirchliche Feiern, um feierliche Liturgie, um Arme und Kranke. Alle vier Jahre rief er in den Hauptorten seiner Diözese Versammlungen ab, spendete die Firmung, visitierte die Geistlichen, sorgte für deren auskömmlichen Unterhalt mit entsprechenden Pfründen.
Ulrich lebte selbst enthaltsam wie ein Mönch und war freigiebig gegenüber den Armen. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des Herzogs, dem Ulrich Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte. Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein Gänsebein. Der Bote brachte dies dem Herzog, um den Bischof nun seinerseits des Unrechts überführen zu können, dass er am Freitag Fleisch esse; als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt.
Ein Jahr vor seinem Tod wollte Ulrich nach 49-jähriger Amtszeit zugunsten seines Neffen Adalbero sein Amt niederlegen, aber die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Ingelheim lehnte dies ab. Dem schwerkranken, auf einem Sessel ruhenden Ulrich erschienen nach der Legende zwei Engel mit Kelch und Patene, damit er die Messe halten könne; bei der Kelcherhebung wurde ihm die segnende Hand Gottes aus goldenen Strahlen sichtbar, seine beiden neben ihm knienden Diakone sahen sie nicht.
Als Ulrich starb, wurde er nach mehrtägiger Aufbahrung im Dom nach St. Afra überführt und dort in der vorbereiteten Grablege beigesetzt; der Überlieferung nach wurde er mit dem Teppich, auf dem er auf der Erde zu schlafen pflegte, begraben; Bischof Wolfgang leitete die Trauerfeier.
Sarkophag in der Gruft von St. Ulrich und Afra
Schon etwa zehn Jahre nach Ulrichs Tod begann sein ehemaliger Dompropst Gerhard, die Lebensgeschichte abzufassen, die den Prototypen eines Reichsbischofs der Ottonen zeichnet und ein beredtes Beispiel für die Verehrung ist. Ulrichs Grab wurde schnell eine vielbesuchte und durch Wunder ausgezeichnete Wallfahrtsstätte. Noch im 10. Jahrhundert wurde er in Nekrologe und sein Fest in Kalender aufgenommen. Schon 992 wurde bei der Weihe des Domes in Halberstadt ein Seitenaltar ihm geweiht. 1036 beschloss die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Trebur die Feier einer Messe in seinem Namen, 1061 ist erstmals das Patrozinium Ulrichs neben dem von Afra für Dom und Kloster in Augsburg nachgewiesen. 1187 wurden Ulrichs Gebeine in die nach einem Brand neu gebaute Klosterkirche übertragen.
Tafelbild, um 1480: Afra erscheint
Bischof Ulrich im Traum, in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg

Bald wurde Ulrich Patron vieler Kirchen in Süddeutschland und darüber hinaus.
In Hymnen und Litaneien besungen, in überarbeiteten Lebensgeschichten gepriesen,
in Sagen dargestellt und im Schultheater der Jesuiten
im 17./18. Jahrhundert als Vorbild dargestellt, blieb Ulrich im Gedächtnis.
Ulrichskreuze
nach dem Vorbild der legendären, siegbringenden Kreuze der
Schlacht auf dem Lechfeld, werden seit dem 16. Jahrhundert bis heute Wallfahrern
als Schutz gegen Unheil mitgegeben. Ulrichs-Brünnlein, die der Überlieferung
nach auf seine Fürbitte entsprangen, helfen bei Augenleiden. Ulrich-Minne wird
als gesegneter Wein gereicht.
In Wittislingen
finden sich noch heute viele Spuren von Ulrich: sein wahrscheinliches Geburtshaus,
die Grabstätte seiner Mutter Thietburga, die von Ulrich erweiterte Kirche mit dem
ehemaligen Bergfried, der jetzt Kirchenturm ist. Brauch ist dort auch noch das tägliche
Ulrichsläuten
um 21 Uhr und 2 Uhr in der Nacht das so welweit einmalig ist
und auf die Ulrichssage zurückgeht:
Ulrich lebte in seiner auf dem väterlichen Schloss in Wittislingen.
Jeden Morgen ging er nach dem zwei Stunden entfernten Dillingen
in die Klosterschule und kehrte oft am späten Abend von dort zurück. Der
Pfad führte durch ein sumpfiges Ried; weil der Knabe sich schon mehrmals
verirrt hatte, ließ seine Mutter täglich um die neunte Stunde mit einem
Glöcklein läuten, damit er künftig heimfinden könne. An einem nebeligen
Herbsttag verlor Ulrich bald Weg und Steg. Um auf dem weichen, von vielen
Wassergräben durchzogenen Boden rascher vorwärts zu kommen, suchte Ulrich
nach einer Stütze und riss einen Pfahl aus, der als Grenzmal zwischen zwei
Wiesen im Erdboden steckte. Doch wie er sich auch mühte, er fand nicht
nach Hause, auch der vertraute Glockenton blieb aus. Es wurde ihm sehr
bange, und er dachte schon auf freiem Felde nächtigen zu müssen. Da
vernahm er plötzlich eine innere Stimme, die ihn daran erinnerte, dass der
Pflock fremdes Gut war. Ulrich kehrte um, steckte den Grenzpfahl wieder
an seinen Ort, hörte gleich darauf das Glöcklein und fand sicher heim ins
Elternhaus, das er um die zweite Morgenstunde erreichte. Vater und Mutter
hatten in großer Sorge auf ihn gewartet. Da nach Mitternacht niemand das
Glöcklein geläutet hatte, konnte es nur Gottes Stimme gewesen sein, die
dem Knaben den richtigen Weg wies.
Statue vor dem Bildungshaus St. Ulrich in Augsburg

Nach Zweifeln an ihrer Echtheit wurden Ulrichs Gebeine 1762 erhoben, ärztlich untersucht und 1764 in einen Barockschrein umgebettet. 1962/63 wurde die Gruft neu gebaut, 1971 gab es eine erneute ärztliche Begutachtung der Gebeine.
Kanonisation:
Ulrich war der erste im offiziellen Verfahren von Rom heiliggesprochene, heilig
gesprochen durch die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
im Lateran
unter Vorsitz von Papst Johannes XV. in
einer förmlichen und feierlichen Kanonisation am 31. Januar 993, also nur
zwanzig Jahre nach seinem Tod. Die Urkunde
der Kanonisation gibt es in Stadlers Vollständigem Heiligenlexikon
. *
Attribute:
Evangelienbuch, Fisch, Engel, Stab, Pferd
Patron
von Augsburg
und St. Ulrich in Gröden
/ Ortisei; der Winzer, Weber, Fischer und Fischhändler; auf der Reise; gegen
Augenleiden und Wassergefahren; für gutes Wetter; des Bistums Augsburg
Bauernregeln:
Regen am St.-Ulrichstag, / macht die Birnen stichig-mad.
Wenn's am Ulrichstag donnert, fallen die Nüsse vom Baum.
* Die Echtheit dieser Kanonisationsurkunde wurde neuerdings von B. Schimmelpfennig 1993 und G. Wolf 1994 angezweifelt, von E.-D. Hehl 1995 aber vehement verteidigt.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon