Gedenktag katholisch: 29. Mai
Name bedeutet: U: kleine Bärin (latein.)
oder: kleines Schlachtross (german.)
J :aus dem Geschlecht der Julier (latein.)
M: die Beleibte/die Schöne
/ die Bittere/die von Gott Geliebte (aramäisch)
Julia Maria war die Tochter des polnischen Grafen Antonius Ledóchowski und einer schweizerischen Mutter und die Schwester von Maria Theresia Ledóchowska und des Jesuitengenerals Wladimir Ledóchowska. 1873 verlor ihr Vater beim Bankenkrach große Teile seines Vermögens, die Familie musste aus finanziellen Gründen nach Polen ziehen. 1885 starb Julias Vater; der Onkel, Kardinal Lebo von Krakau, übernahm die Verantwortung für ihre Erziehung.
Julia wurde 1886 Nonne im Ursulinenorden
und nahm den Ordensnamen Ursula an. 1904 bis 1907 war sie dort Oberin. 1906
errichtete sie ein Pensionat für Studentinnen. 1907 ging Ursula als Leiterin
der Tochtergründung nach St.
Petersburg; diese machte sich 1908 selbständig und wurde Keimzelle der von
ihr gegründeten Ursulinen vom Todesangst leidenden Herzen
Jesu
, der Grauen Ursulinen
mit Aufgaben in der Fürsorge für Arme, Kranke,
Alte und Kinder aus sozial schwachen Familien. Das Mutterhaus war in Pniewy.
Mit Ausbruch des Krieges 1914 musste Ursula nach Schweden ins Exil gehen; sie gründete Schulen in Finnland, Schweden und Dänemark, gab einen Katechismus in finnischer Sprache heraus und bemühte sich um Verständigung mit den lutherischen Kirchen. 1920 kehrte sie nach Polen zurück, gründete die Grauen Ursulinen als auch formell eigenständige Kongregation und wurde deren erste Generaloberin. 1931 ging sie nach Rom, wo 1928 die Zentrale ihres Ordens eröffnet worden war, hielt viele Reden vor Staatsmännern und setzte sich für die Unabhängigkeit Polens ein.
Nach der Seligsprechung 1983 wurden Ursulas Reliquien ins Mutterhaus der
Grauen Ursulinen in Posen
überführt. Die Kongregation wurde 1930 päpstlich anerkannt. Heute wirken die
Grauen Ursulinen
in Polen, Italien, Frankreich, Deutschland, Finnland,
Weißrussland, in der Ukraine, in Kanada, Brasilien, Argentinien und in Tansania.
Kanonisation:
Ursula wurde 1983 von Papst Johannes
Paul II. in Poznań
in Polen selig und 2003 von ihm heiliggesprochen.
Weitere
Informationen hält Dr. Josef Spindelböck bereit auf seiner Webseite stjosef.at.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon