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Jacopo Bassano: Valentin tauft Lucilla,
um 1575, im Museo Civico in Bassano
del Grappa 
Valentin war der Überlieferung nach ein armer, ehrsamer Priester, der ein blindes Mädchen geheilt haben soll. Hilfe und Trost Suchenden schenkte er eine Blume aus seinem Garten. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. traute er Liebespaare nach christlichem Zeremoniell und half in Partnerschaftskrisen; deshalb wurde er enthauptet.
Eine Bischofsliste aus dem Jahr 354 weiß um den Bau einer Basilika seines Namens am 2. Meilenstein der Via Flamina unter dem römischen Bischof Julius I. Dort gibt es heute die Katakomben des Valentin mit Funden, Resten eines Epigramms des römischen Bischofs Damasus I. sowie Grabinschriften aus dem 4. und 5. Jahrhundert, die auf eine sehr alte Kultstätte schließen lassen. Valentin ist schriftlich erstmals im 6. Jahrhundert in der Leidensgeschichte von Marius bezeugt. Reliquien liegen in der Kirche S. Maria in Cosmedin in Rom. Schon im Altertum wurde der Valentin in vielen Städten Mittelitaliens verehrt.
Valentins Legende und die Verehrung von Reliquien ĂĽberschneiden sich mit der Ăśberlieferung von Valentin von Terni.
Das Brauchtum, den Valentinstag als Tag der Liebenden
zu begehen, geht zurück auf den Festtag für die römische Göttin Juno, weil Mitte
Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Juno, der Schützerin von Ehe und
Familie, wurden an diesem Tag Blumen geopfert; den Frauen schenkte man an diesem
Tag Blumen. Am 14. / 15. Februar fanden schon zuvor die römischen Luperkalien
statt, das Fest der Wölfin
. Dabei wurden die Geschlechtsreiferituale zur
ersten Menstruation von Mädchen abgehalten sowie nach erlangter Reife Ehen geschlossen.
Von diesem Reinigungsfest
kommt der Monatsname
Februar. Das Fest der Lupercalia feierten die Römer an der im Jahr 2007 von
Archäologen wider gefundenen Grotte
der Wölfin am Fuße des Palatin; die Frauen schrieben dabei ihre Namen auf Papyrusstreifen und ließen
junge Männer diese Briefchen ziehen, während die nackten Jünglinge, zu einem Wettlauf
über den Palatin antraten. Die Christen änderten den Brauch, indem sie die Namen
von Heiligen und kurze Predigten auf Zettelchen schrieben und unters Volk brachten.
Dadurch entwickelte sich Valentin zum Schutzheiligen der Liebenden, das Fest
behielt also seinen Topos.
Am 14. Februar wurde frĂĽher in manchen Kirchen die Ankunft Jesu
als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert. Im Mittelalter kam
der Brauch, Valentin als Patron der Liebenden zu feiern, zunächst in Frankreich, Belgien und
England auf, nachgewiesen erstmals im 14. Jahrhundert mit Valentine greetings
.
Valentins Kopfreliquie in der Kirche S. Maria in Cosmedin in Rom
Valentin zählte bald schon zu den volkstümlichsten Heiligen, vergleichbar mit
Nikolaus
oder Martin. Im späten Mittelalter
wurde es besonders in Frankreich und England Brauch, dass am Valentinstag
durch das Los Valentin und Valentine fĂĽreinander bestimmt
wurden: nach
gegenseitigem Austausch von Geschenken lebten sie dann ein Jahr als Verlobte,
um sich dann wieder zu trennen - oder zu heiraten. Die VolksĂĽberlieferung sagt,
ein Mädchen werde den heiraten, den es am Valentinstag als ersten Mann erblickt;
heiratswillige Männer überbringen deshalb möglichst früh am Morgen einen Blumenstrauß.
In England schickt man sich am Valentinstag anonyme Liebesbriefe. Junge Mädchen
in England und Amerika können am Valentinstag durch Übersendung einer
Valentinspostkarte oder eines in Herzform gehaltenen Gegenstandes dem heimlich
Geliebten ihre Zuneigung mitteilen; die englische Kirche versuchte dem 1927 ein
Ende zu setzen und strich Valentin aus dem Heiligen-Kalender.
Der 14. Februar war auch Tag der groĂźen Festmahlzeiten von Seefahrern, Gilden,
Zünften und Bruderschaften. In den Hansestädten trafen sich am Valentinstag
die ZĂĽnfte zum Freundschaftsmahl. Mit Valentin begann angeblich die eigentliche
Faschingszeit mit großen Bällen, Künstler- und Maskenfesten. Valentinsbrot galt
als Heilmittel, das BeifuĂźkraut (Herba S. Valentini) ist
ihm geweiht. Der Valentinstag galt als UnglĂĽckstag fĂĽr das Vieh, deshalb durfte
es an diesem Tag nicht arbeiten. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich der
Brauch der Blumengeschenke nach dem 2. Weltkrieg durch den Einfluss aus den USA -
die Blumenhändler erklärten diesen Tag 1950 als Tag der offenen Herzen
.
Patron
der Liebenden, Verlobten und BienenzĂĽchter
Bauernregeln:
Kalter Valentin / frĂĽher Lenzbeginn.
Ist's am Valentin noch weiĂź, / blĂĽht zu Ostern schon das Reis.
Hat's zu St.Valentin gefroren, / ist das Wetter lang verloren.
St. Valentin friert`s Rad mitsamt der MĂĽhle ein.
Regnet es an Valentin, / ist die halbe Ernte hin.
Liegt an Valentin die Katz in der Sonne, / kriecht sie im März hintern
Ofen voll Wonne.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon