Gedenktag katholisch: 19. Mai
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Basel
Name bedeutet: M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
B: der Bärenstarke (althochdt.)
V: die Behutsame (latein.)
das 1522 gegründete Kapuzinerinnenkloster
Maria Hilf in Altstätten

Verena Bütler trat 1867 ins Kapuzinerinnenkloster
Maria Hilf in Altstätten
bei St. Gallen ein und erhielt den Ordensnamen Maria Bernarda. 1880 wurde sie
Oberin. 1888 ging sie nach Ecuador zur Arbeit als Missionarin und gründete
die Kongregation der Franziskaner-Missionsschwestern von Maria Hilf
mit Aufgaben in der Erziehung von Kindern und in der Krankenpflege. Die Revolution trieb sie
1895 nach Cartagena
in Kolumbien.
Schwester Maria Rosa Holenstein, ihre engste Mitarbeiterin, gab 1933 zu Protokoll,
Mutter Bernarda beklage sich oft, dass der Glaubensgeist abnehme in der Welt,
auch bei Klosterleuten und Priestern, welche sich dem Rationalismus
näherten.
Dagegen stand Bernardas Glaubenspraxis: ihre Mitschwester hat sie wiederholt
beim vierzigstündigen Gebet, den ganzen Tag in der Kapelle auf dem Boden kniend
beobachtet; Blutspuren an der Wand
rührten wohl von ihren Disciplinen
her.
Wenn die Generaloberin nicht betete oder Kranke pflegte, schrieb sie. Tausende
von Seiten sind im Ordensarchiv überliefert, Briefe an die Filialen ihres Ordens und unter
Anleitung ihres Beichtvaters entstandene Tagebücher. Die nur zu einem kleinen
Teil veröffentlichten Schriften geben einen tiefen Einblick in ihren Mystizismus:
O mein Jesus, ich liebe dich über alles, ... ich sehne mich nach dir, ich
schmachte nach dir, dich in mein Herz aufzunehmen. Komm, o Jesus, komm! ...
Tag für Tag, Stunde um Stunde sehne ich mich nach der Stunde, wo ich bei dir
bin, o Jesus, für immer bei dir in der himmlischen Vereinigung. ... O guter
Jesus, dein Herz wird genannt ein Gefäss, das von Honig träufelt; so komme, eile
zu uns, um mit diesem himmlischen Balsam die schrecklichen Seelenwunden zu heilen!
Die Missionsschwestern von Maria Hilf
haben sich im 20. Jahrhundert in Südamerika
und im deutschsprachigen Europa, hauptsächlich in Österreich, ausgebreitet, sie sind
vorwiegend in der Krankenpflege tätig. Der Orden zählt heute rund 840 Schwestern,
in Europa sind es noch etwa 70; in Auw
betreibt der Orden das Altersheim Maria Bernarda
. Anlässlich der Heiligsprechung
wurde eine Reliquie in die Kirche nach Auw gebracht.
Kanonisation:
Der Seligsprechungsprozess wurde 1948 eingeleitet, die Seiligsprechung erfolgte
1995 durch Papst Johannes Paul
II.; am 12. Oktober 2008 wurde sie als erste Schweizerin * von Papst
Benedikt XVI. heiliggesprochen.
Patronin
von Cartagena
* Katholiken aus St. Gallen sehen die 1047 als erste Frau der Kirchengeschichte heiliggesprochene Wiborada als erste Schweizer Heilige an; aber sie stammte aus schwäbischem Adel und damals gehörte St. Gallen nicht zur Schweiz, weil es diese noch gar nicht gab.
Die
Franziskaner
Missionsschwestern von Maria Hilf informieren auf ihrer Homepage über Maria
Bernardas Wirken.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon