Ökumenisches Heiligenlexikon

Victor von Marseille

Gedenktag katholisch: 21. Juli

Gedenktag orthodox: 21. Juli

Name bedeutet: der Sieger (latein.)

Märtyrer
† um 300 in Marseille

Kartenskizze

Relief am Schlussstein im Chor der Kirche Saint-Victor in Marseille: Victor auf dem Pferd, um 1360-1370

Relief am Schlussstein im Chor der Kirche Saint-Victor in Marseille: Victor auf dem Pferd, um 1360-1370

Victor war der Legende nach römischer Hauptmann, der als maßgeblich Handelnder an der Taufe seiner von ihm bekehrten Soldaten Deutherius, Felicianus und Alexander dabei war. Als sie der Verfolgung unter Kaiser Maximianus ausgesetzt waren, tröstete und stärkte er seine Glaubensgenossen. Schließlich ergriff man ihn selbst, als er am Jupiter-Altar nicht opfern wollte. Er wurde grausam gemartert: in eine Mühle gelegt, die aber sofort stillstand; der Mühlstein, den man auf ihn legte, erdrückte ihn nicht, so dass man ihn enthauptete. Sein Leichnam wurde in den Fluss geworfen, aber von Engeln erhoben. Mit ihm starben seine Gefährten.

Die Schilderung des Martyriums von Victor erinnert an die Leiden, die bei Polykarp von Smyrna oder Ignatius von Antiochien beschrieben werden. Gräber aus der Mitte des 3. Jahrhunderts wurden 1963 in der Krypta der Kirche St-Victor in Marseille gefunden; da die hier Verehrten im 5. Jahrhundert schon anonym blieben, ist die Leidensgeschichte des 6. Jahrhunderts rein fiktiv; sie nennt Victor auch Bischof von Marseille; als solcher bezeichnet ihn auch Hrabanus Maurus.





Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001