Gedenktag katholisch: 30. September
Hochfest im Bistum Basel
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Chur, Lausanne-Genf-Freiburg, St. Gallen und Sitten
Name bedeutet: der Sieger (latein.)
Die Legende bezeichnet Victor als Angehörigen der Thebäischen Legion des Mauritius. Mit seinem Gefährten Ursus und 66 weiteren christlichen Soldaten entkam er der Überlieferung nach dem Massaker von Agaunum - dem heutigen St-Maurice im Wallis -, und ging nach Solothurn, wo sie gefangen, ins Feuer getrieben, schließlich enthauptet wurden. Sein Haupt soll Victor an die Stelle getragen haben, an der er begraben sein wollte, um dort der Totengebete teilhaftig zu werden. Nach anderer Legende schaute man ihn nach seinem Tode und folgte der Aufforderung, ihm ein christliches Begräbnis und Totengebet zuteil werden zu lassen.
Die Ursus und Victor geweihte
Kathedrale
in Solothurn 
Die Verehrung von Victor und Ursus ist durch die um 445 von Eucherius von Lyon verfasste Leidensgeschichte der Thebäischen Legion bezeugt; Eucherius Äußert sich aber zurückhaltend hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur Thebäischen Legion. Weitere Nachrichten über die beiden liegen erst aus dem 7. Jahrhundert vor; in dieser Zeit erwähnt die Fredegar-Chronik eine Kirchengründung in Genf zu Ehren von Victor. Die älteste Leidensgeschichte - wohl zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert in Genf verfasst - berichtet für etwa 500 eine Überführung der Reliquien von Victor von Solothurn nach Genf. Die Gebeine gingen aber durch die Reformation zugrunde. Die Kathedrale in Solothurn ist Ursus und Victor geweiht. An der angeblichen Stelle des Martyriums in Solothurn wurde die Peterskapelle erbaut.
Victor ist wohl derselbe, der auch als Victor von Agaunum sowie als Victor von Xanten verehrt wird.
Patron
von Solothurn;
des Bistums Basel
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon