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Vincenzo Pallotti wurde in eine Zeit des Umbruchs hinein geboren, bislang
scheinbar sichere Ordnung galt nicht mehr, Kirche und Kirchenstaat
schwankten unter den Anfragen von Aufklärung und französicher Revolution,
die Stadt Rom
war ein Moloch, in dem der Großteil der Bevölkerung im Elend lebte. Als Kind
wurde Vincenzo getragen vom tiefen Glauben seiner Eltern. Er konnte trotz
seiner schwachen Gesundheit studieren. Bei aller äußerlichen und inneren
Gebrechlichkeit wusste er sich getragen von der Gewissheit und der Erfahrung
vom Gott der unendlichen Liebe
und wurde 1818 zum Priester geweiht.
Vincenzos Denken blieb nicht in den eingefahrenen Gleisen der Kirche seiner Zeit. Durch seine Erfahrung von der Liebe Gottes entwickelte er sich von einem sehr introvertierten, fast ängstlichen Priester zu einem Mann und Priester, der so weit dachte, dass die Welt darin Platz fand. Seine Methoden waren manchmal etwas unkonventionell, dienten aber immer seinem Ziel: so zog er als Priester seinen Hut vor den Menschen, die ihm begegneten und versuchte mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Er nahm sich einer Frau an, die mut- und orientierungslos durch Rom irrte, weil sie aus religiösem Übereifer ihre Familie verlassen hatte und nun aufgrund einer Krankheit nicht zurück konnte.
Vincenzo Pallotti wurde Pfarrer an der heruntergekommenen Kirche S. Spirito dei Napoletani in Rom. Die fünf anderen Pfarrer der Gemeinde, deren Vorgesetzter er nun wurde, intrigierten gegen ihn und verleumdeten ihn, aber er duldete und siegte. Die Gemeinde wandelte sich zusehens und wurde zu einem geistig-spirituellen Mittelpunkt Roms. Bald sprach sich sein Charisma herum, er wurde zu einem gefragten Beichtvater und Prediger, rastlos unterwegs zu den Menschen, denen er als Liebeswerber Gottes entgegenkam. Allen die keine Hoffnung hatten, schenkte Padre Pallotti seine Zuwendung um ihnen zu zeigen, dass sie Gottes geliebte Kinder sind.
Vincenzo war Seelsorger für Jugendliche ohne Ziel und Arbeit, für Waisen,
Kranke, Söldner und Gefangene. Als Volksmissionar erkannte er, dass angesichts
der heraufziehenden Umbrüche in Europa Laien und Priester gemeinsam den Verkündigungsdienst
leisten müssen; deshalb scharte er Mitarbeiter um sich gründete 1835 die Vereinigung
des katholischen Apostolats
: jeder Getaufte, jeder Mensch als Ebenbild
Gottes auf seinem Platz sollte mitwirken, den Glauben zu verbreiten und
die Liebe neu zu entzünden
. Aus dieser Vereinigung von Männern und Frauen
aus allen Schichten bildet sich 1843 die Schwesterngemeinschaft der Pallottinerinnen
und dann auch die Priester- und Brüdergemeinschaft der Pallottiner. Ihr
besonderes Kennzeichen ist der Verkündigungsdienst auch von Laien.
Vincenzo Pallotti wollte ein weltumspannendes Netz kleiner Zentren aufbauen,
die der Evangelisation verpflichtet sind, sein früher Tod verhinderte aber weiteren
Ausbau der Gemeinschaft.
In den Straßenkämpfen der Revolution und durch Missgunst im Vatikan schrumpfte Vincenzo Gemeinschaft wieder auf wenige Mitglieder. Am Ende seiner Kräfte starb er an Lungenentzündung im Haus neben der Kirche San Salvatore in Onda in Rom, nachdem er einem Bettler seinen Mantel geschenkt und sich ohne Mantel im Beichtstuhl erkältet hatte. Sein Grab ist in einem gläsernen Sarg unter dem Hauptaltar der Kirche S. Salvadore in Onda.
Erst im 2. Vatikanischen Konzil wurde Padre Pallottis Ausweitung der apostolischen Aufgabe für jeden katholischen Christen wieder aufgenommen. Papst Johannes Paul II. ermunterte 1995 die sich neu gründende Gesamtgemeinschft, das Charisma ihres Gründers wieder zu entdecken.
Kanonisation:
Vinzenz Pallotti wurde am 22. Januar 1950 von Papst Pius XII. selig- und am 20. Januar 1963 von Papst
Johannes XXIII. während des 2.
Vatikanischen Konzils heiliggesprochen.
Mehr
über das Leben, und die Vision und viele Aspekte des Wirkens von Pallotti gibt
es auf der Webpräsenz der Vereinigung
des katholischen Apostolats, auf der Homepage
der Pallottinerinnen und der Webseite
der Pallottiner.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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